Nein zur Tank- und Rastanlage

Vor allem um ihre Ortsdurchfahrt machen sich die Altenmedinger Sorgen – mit einer Autobahn-Anschlussstelle würde hier viel Verkehr hindurch rollen.Foto: Ph. Schulze

Von Ines Bräutigam Altenmedingen. Eine Tank- und Rastanlage im Dreieck Altenmedingen/Secklendorf/Niendorf? Nicht mit den Altenmedingern! Doch nicht nur auf diese Planung im Rahmen des Raumordnungsverfahrens für den Bau der A39 wollen sie Einfluss nehmen – der Gemeinderat beschloss am Donnerstagabend einen ganzen Katalog von Einwänden zur Vorzugsvariante, die Ende März bei einer Projektkonferenz in Lüneburg vorgestellt wurde. Im Fokus stand der zweite Bauabschnitt der A39 zwischen der Bundesstraße 216 und Römstedt.

Nachdem Bürgermeister Werner Marquard den 20 Zuhörern und den Ratsmitgliedern die Knackpunkte der derzeitigen Planung erörtert hatte, verlas Ratsfrau Annette Niemann – sie war bei der Projektkonferenz mit anwesend – die geplante Stellungnahme, die der Gemeinderat einhellig beschloss.

So fordert man eine weitere, detailliertere Umweltverträglichkeitsprüfung, außerdem weisen die Altenmedinger auf die Naherholungswirkung des Elbe-Seitenkanals hin, die durch den Bau der A39 verloren gehe. Für die Sportanlage will die Gemeinde einen besonderen Lärmschutz, außerdem sprechen sich die Ratsmitglieder gegen eine Anschlussstelle in Höhe Altenmedingen aus. "Unsere Ortsdurchfahrt würde das nicht verkraften", stellte Bürgermeister Werner Marquard fest.

Ferner weisen die Altenmedinger darauf hin, dass sich in der Nähe der Trasse nicht nur Kranichrastplätze, sondern gar Brutplätze für eben diese Vögel befinden. Für das Rotwild fordert man Überquerungshilfen – nicht zuletzt deswegen, weil die Autobahn dadurch eher in Tieflage als ebenerdig oder in Dammlage gebaut würde.

Besonders am Herzen liegen den Altenmedingern auch die Belange der Landwirte. "Unser Beregnungsverband ist stark betroffen, da die Landwirte von der Entnahmestelle am Kanal abgeschnitten werden", so Marquard. Der Verband werde aber auch zusätzlich eine eigene Stellungnahme abgeben.

Auf die Bedeutung der Naherholungsgebiete "Dorn" und des Wohecks sowie auf die Berücksichtigung der Siedlungen "In der Masch" und "Sonnenhang" machen die Altenmedinger ebenfalls aufmerksam. Wenn möglich, sollte außerdem Lärm schluckender Asphalt verbaut werden. Die Reihenfolge und genaue Formulierung sollen nun die Mitglieder des Verwaltungsausschusses übernehmen, so dass die Stellungnahme bis Monatsende bei den Planern eingeht.

Erschienen: 18.04.2009: AZ / TZ / Seite:6

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