26 Millionen für einen Kilometer Straße

Brome/Ehra-Lessien - Von Peter Hintze. Für eine direkte Anbindung an die A39 haben sich Bromes Ratsmitglieder mehrheitlich am Mittwochabend bei ihrer Sitzung in den Bromer Stuben ausgesprochen.

"Wir wollen die Autobahn – wenn es geht, so dicht wie möglich an Brome vorbei und eine Ortsumgehung", brachte stellvertretender Bürgermeister Dietrich Schaefer (SPD) die Stellungnahme des Fleckens im Zuge des Raumordnungsverfahrens auf den Punkt. Schließlich soll auch die Planung der Ortsumgehung, die sich im vordringlichen Bedarf des Bundesverkehrswegeplans ist, mit dem Autobahnbau nicht beeinträchtigt werden. Im Wesentlichen orientierte sich das Gremium aber am Entwurf der Samtgemeinde. >"Egal, wo die Autobahn verläuft: Wir dürfen Voitze und Ehra nicht vergessen. Sie sind Autobahnzubringer", mahnte CDU-Ratsherr Ulrich Dörrheide an. Ein klares Bekenntnis zur Vorzugsvariante formulierte Bernd Grunau (BLU): "Ich stelle die derzeitige Trasse nicht in Frage." Letztere hatten die Bürger. "Warum hat der Bürgermeister darauf verzichtet, eine Einwohnerversammlung – wie laut Niedersächsischer Gemeindeordnung vorgeschrieben – einzuberufen?", wollte Stephan Hafeneth wissen. Der angesprochene Passus sei eine Kann-Bestimmung, entgegnete Schaefer. Einladender sei der Verwaltungsausschuss. Und wenn der keine Notwendigkeit sehe, passiere auch nichts. "Zu diesem Zeitpunkt jedenfalls", so der Vize-Bürgermeister. Frank Warnecke äußerte erneut Bedenken gegen die Autobahn. "Ein Kilometer kostet 26,3 Millionen Euro. Das macht bei 100 Kilometern 2,6 Milliarden." Das Geld sei im Bereich Bildung besser angelegt. Uwe Helbig erinnerte, dass die Frist für Träger öffentlicher Belange am 30. Juni abläuft.Auch der Gemeinderat Ehra-Lessien hat Mittwochabend ein eindeutiges Votum Pro A39 abgegeben. Lediglich 15 Zuhörer verfolgten die Sitzung im Schützenheim Lessien. Der Rat um Bürgermeisterin Jenny Reissig beschloss, der Vorzugsvariante, die zwischen Ehra und Lessien verlaufen soll, nicht zu widersprechen. Aus Gemeindesicht sollte untersucht werden, ob eine Abfahrt an der B248 nördlich von Ehra mit Anbindung an das VW-Prüfgelände realisiert werden kann. Sollte es bei der Anbindung "Bickelsteiner Heide" an die L289 bleiben, sorgt man sich um den Schwerlastverkehr. Die östliche Siedlungsentwicklung des Ortsteils Lessien dürfe durch die Autobahn nicht grundsätzlich in Frage gestellt werden, heißt es. Alternativen bestünden nur eingeschränkt. Auch an die Belange der Landwirte haben die Gemeindevertreter gedacht. "Zerschneidungen von Flächen und die Aufgabe von Wegeverbindungen sind zu vermeiden", besagt der Beschluss. In der Flurbereinigung seien Zuwegungen zu berücksichtigen und größere Umwege zu vermeiden. Erhalten bleiben und nicht beeinträchtigt werden darf nach Ansicht des Rates das "Vogelmoor" muss . Weitestgehend zu erhalten seien Wald- und Feuchtgebiete. Lebensräume der Tiere dürften nicht beeinträchtigt werden und die Belange der Hege und Pflege des Wildes müsse auch weiterhin sichergestellt sein. Wasserschutzgebiete müssten ausreichend Beachtung finden. Erschienen: 09.06.2006: IK / 132 / Seite:5

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