Meine Woche in ...

Ältere Menschen im Blickpunkt

Nicole Bracht-Bendt (FDP)

Das Bild von älteren Menschen ist oft verzerrt. Nie zuvor waren alte Menschen fitter als heute. Gleichzeitig gelten auf dem Arbeitsmarkt Männer und Frauen jenseits der 40 sogar schon als schwer vermittelbar.

Das ist ein Skandal und deshalb ist es wichtig, dass wir in der Seniorenpolitik uns intensiv mit Altersbildern beschäftigen. Als seniorenpolitische Sprecherin habe ich zusammen mit den Kollegen der CDU-Bundestagsfraktion einen Antrag erarbeitet, der jetzt im Bundestag mit großer Mehrheit unter dem Leitthema „Altersbilder positiv fortentwickeln – Potenziale des Alters nutzen“ beschlossen wurde.

Das heißt Ja zu einem möglichst gesunden Älterwerden, es ist aber auch ein entscheidendes Ja zur Akzeptanz des eigenen Alters. Und vor allen Dingen sagen wir Nein zu allen Formen der Diskriminierung. Mit dem Antrag schließt sich der Kreis zum Sechsten Altenbericht, denn auch die Sachverständigen, die den Bericht im Auftrag der Bundesregierung vorgelegt haben, zeigen auf, dass Altersbilder auf den Prüfstand gehören. Es gibt nicht die eine Altersform, sondern viele individuelle Lebensformen.

Nun kann die Politik positive Altersbilder nicht verordnen. Wir brauchen Vorbilder, so zum Beispiel wie Bundespräsident Joachim Gauck, der 72 ist. Bundespräsident darf man in diesem Alter werden, aber nicht Bürgermeister. Das ist absurd. Das gilt auch für Angehörige der Freiwilligen Feuerwehren, die in einigen Bundesländern mit 65 Jahren ausscheiden müssen. Bei den von Nachwuchssorgen häufig gebeutelten Freiwilligen Wehren gibt es mehr Aufgaben zu erledigen als körperlich schwere Einsätze mit Atemschutzgeräten.

Die Koalition will aber nicht nur für die Stärken des Alters sensibilisieren. Das Alter konfrontiert uns auch mit Grenzen. Dem haben wir uns in der Koalition angenommen, indem wir die Familienpflegezeit auf den Weg gebracht haben. Gesundheitsminister Daniel Bahr hat jetzt Leistungen der Pflegeversicherung auch für Demenzerkrankte zugänglich gemacht. Das hilft vielen Betroffenen.

Liberale Seniorenpolitik heißt, eine alternde Gesellschaft muss sicherstellen, dass in jeder Phase des Lebens ein selbstbestimmtes Leben möglich sein muss. Das setzt Barrierefreiheit im Wohnungsbau und auch im öffentlichen Leben voraus. Der vom Bundestag beschlossene Antrag der CDU/CSU/FDP-Koalition ist ein wichtiger Schritt, um die Anliegen der älteren Generationen voranzubringen. Und das Europäische Jahr des aktiven Alterns ist Anlass, um auch vor Ort aktiv zu werden.

Von Nicole Bracht-Bendt (FDP)

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