Mehr Schutz für Landwirtschaft

ib Weste. Ob westlich von Höver oder östlich von Westersunderberg – die Gemeinde Weste lehnt die Varianten 8-17/3 und 8-17/2 der Autobahn 39 ab, da die Nähe zu den genannten Ortschaften nicht akzeptabel sei.

Die Vorzugsvariante indes, östlich von Oetzendorf verlaufend, berücksichtige zwar die Abstände zu Oetzendorf (700 Meter) und Höver (1050 Meter), doch solle geprüft werden, ob sich durch den Bau von Dämmen oder Einschnitten Verbesserungen für die jeweiligen Bewohner ergeben würden.

Großen Wert legen die Ratsmitglieder, die bei einer Nein-Stimme und einer Enthaltung die Einwände zum Bau der A39 verabschiedeten, auf die Berücksichtigung landwirtschaftlicher Belange. "Wir halten eine geringe Verschiebung von ca. 100 Metern zwischen den Orten Höver und Oetzendorf von der Vorzugstrasse aus in Richtung Höver und um circa 300 Meter Richtung Karlsgrün für angezeigt, um den Einklang zwischen den landwirtschaftlichen Interessen und den Entfernungen zu beiden Orten herzustellen."

Ein weiterer wichtiger Aspekt sei die Berücksichtigung des zusätzlichen Verkehrs. Weder Weste und Höver mit ihren engen Kurven, noch Weste-Bahnhof und Hagen als Durchgangsorte seien für mehr Verkehr geeignet. Oetzendorf werde durch die Landesstraße 254 bereits durchschnitten und durch hohen, schnellen Verkehr schon jetzt belastet.

Nicht zu vergessen: die Vorsorgegebiete für Forstwirtschaft bei Weste Sunderberg, Wohldheide und Karlsgrün sowie das FFH-Gebiet Röbbelbach. Diese Biotopkette sei zu schützen. Auch der Verbrauch und die Beeinträchtigung der landwirtschaftlichen Flächen zwischen Oetzendorf und Höver sei sehr bedenklich. Erhöhte Schadstoffbelastungen könnten zudem zu Qualitätsminderungen der Produkte führen.

Durch die Zerschneidung der ökologischen Bereiche befürchten die Wester eine Dezimierung der vorhandenen Artenvielfalt an Pflanzen und Tieren und betont: "Wir sind der Meinung, dass dieser Verlust nicht mit Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen gut zu machen ist."

Einen Antrag der Ratsfrau Jutta Dirzus, den Ausbau der Bundesstraße 4 einschließlich Ortsumgehungen zu befürworten, wurde mehrheitlich abgelehnt. Insgesamt, so informierte Bürgermeister Achim Ritzer, wurden knapp 50 Einwände mit mehr als 200 Unterschriften bei der Gemeinde Weste abgegeben. Darin enthalten ist unter anderem eine Unterschriftenliste mit 93 Stimmen aus Höver.

Erschienen: 12.07.2006: AZ / 160 / Seite:6

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