Lukat: Tunnellösung für Lüneburg

Tierischer Anti-A-39-Protest.

mr Uelzen/Lüneburg. In der Diskussion um die in dieser Woche vorgelegte Vorzugsvariante für den Bau der Autobahn 39 wagt Uelzens Bürgermeister Otto Lukat (SPD) einen Vorstoß. Er will damit auf die Proteste aus Lüneburg gegen die von den Planern favorisierte Osttrasse eingehen: Uelzens Stadtoberhaupt schlägt eine Tunnellösung für den Abschnitt vor, der direkt über das Lüneburger Stadtgebiet führt und in unmittelbarer Nähe des Kloster Lüne vorgesehen ist.

"Wir können die Bedenken unserer Nachbarn nicht einfach vom Tisch wischen", begründete Lukat gestern gegenüber der AZ seine Initiative. "Ich werde die Straßenbauverwaltung bitten, zu prüfen, ob nicht eine Tunnellösung machbar ist", kündigte er an. Die Lüneburger mögen diese Überlegungen in ihre Diskussion einbeziehen, setzt der Bürgermeister darauf, dass die politisch Verantwortlichen in der Region weiterhin geschlossen die Autobahnpläne unterstützen.

Der Weg unter der Erde könne "ein für alle Seiten tragbarer Kompromiss sein" , findet Lukat. Die von Lüneburg als Alternative favorisierte Westvariante hält er hingegen für ungeeignet, da sie erheblich größere Einschnitte für Landwirtschaft und Umwelt bedeute.

Einen Überblick über die Kosten eines etwa zwei Kilometer langen Tunnels hat Lukat derzeit nicht. "Die Differenz wird aber weitaus kleiner sein, als die mehr als 70 Millionen Euro, die eine West-Trasse teurer wäre" , ist er überzeugt.

Unterdessenruf t die Aktion Lebensberg am morgigen Sonntag in Lüneburg zu einer Demonstration gegen die A 39 auf. Treffpunkt ist um 16Uhr am Kloster Lüne. Nach Angaben des Dachverbands der Bürgerinitiativen gegen die A 39 hat vor allem entlang der möglichen Trasse auch das Interesse am Schutz- und Klagefonds gegen die A 39 "sprunghaft zugenommen".

Erschienen: 01.04.2006: AZ / 78 / Seite:3

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