Lüders Qual mit der A39

Der Bokeler Weg in der Gemarkung Röhrsen müsste dringend saniert werden, doch die Gemeinde hat wenig Geld. Foto: Rabsahl

Lüder/Reinstorf. Lüders Bürgermeister Eberhard Siemeke und seine Ratskollegen sind sauer. Nicht nur, dass der Bau der geplanten A 39 und der Querspange B 190n das Gemeindegebiet durchschneidet, jetzt müssen die Lüderaner auch noch auf Zuschüsse verzichten – wegen des geplanten Baus der beiden Fernstraßen.

Eigentlich wollte die Gemeinde Wirtschaftswege ausbauen und hatte beim Amt für Landentwicklung Fördermittel aus dem Strukturprogramm "PROFIL" angemeldet. Das Amt kam nach einer Ortsbesichtigung zu dem Schluss, dass die Instandsetzung von insgesamt fünf Wirtschaftswegen durchaus förderfähig sei.

Doch dann der Pferdefuß: Alle Wirtschaftswege im Umkreis von fünf Kilometern zur A 39 und zur Querspange werden nicht gefördert. Da will man erst die Ergebnisse der Flurbereinigung abwarten. Da die "PROFIL"-Förderung nur bis zum Jahre 2013 läuft, wird es wohl nichts mit der Förderung, denn Bürgermeister Siemeke geht davon aus, ebenso wie die anderen Ratsmitglieder, dass es mit dem Bau der Autobahn und der Querspange bis dahin nichts wird.

Da die Gemeinde Lüder nicht auf die Flurbereinigung warten kann, wurde während der jüngsten Sitzung im Gasthaus Linsler in Reinstorf beschlossen, die ersten drei von fünf Wirtschaftswegen zu sanieren. Verzichtet wird auf eine Tragdeckschicht aus Asphalt einschließlich einer Seitenraumstabilisierung mit Mineralgemisch und so genannten Kompensationsmaßnahmen. Stattdessen soll eine sechs Zentimeter starke Deckschicht auf die Wege aufgebracht werden. Das ist halb so teuer wie der ursprünglich geplante Ausbau, rechnete Kämmerer Frank Juchert vor.

Während Tankmar Sauer von der Wählergemeinschaft die Sanierung zurückstellen wollte ("Wege sind noch nicht so schlecht"), plädierte CDU-Sprecher Michael Porsch für die Reparatur, zumal das Geld in den Haushalt eingestellt worden sei. Wenn jetzt nicht repariert werde, komme das die Gemeinde später teuer zu stehen. Bei zwei Nein-Stimmen wurde die Instandsetzung beschlossen.

Erschienen: 22.08.2007: AZ / TZ / Seite:8

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