Lottogewinn

Alle dräumt von dan groden Lottogewinn, jeder meent he kann dat Glück bestimmen. Wenn denn dat heeten deiht, in Jak Pott sind 6 Millionen Euro, denn wett noch mal so veel Lüüd. Eenige Lüüd tippt denn sogor 5 Schiene und mehr up eenmal.

Jeder will sien Glück versöken. Räkt sich all in stillen ut, wat se mit dat veele Geld maken will’t. Wenn denn de „Lottofee“ de Zahlen trecken deiht, geiht dat ankrüzen los. Duurt nich lang, denn riet de meisten Lüüd dan Zettel twei und argert sik. Üm sicher to gahn, söß richtige Zahlen to hem, mössen se 13.982.816 Tipps ankrüzen, so heff ick dat mal läst, und denn noch mit Tosatzzahl. Eens aber is good, mit fast de Hälfte von de Mittel, ward Dinge betoschusst, de dat süss nich gäw und wo dat Geld fehlt. Kultur, Museun und anderes, ganz verloren is dat Geld also doch nich. Dat wär to de Tied as dat noch keen Währungsreform gäw, de Tied also bevör de Euro inföhrt wör. Domals har eene Dütsche Mark eenen Wert von ca. 990 Lire und vör eene Mark kreeg man 7,50 Schilling. Dree Arbeitskollegen, een Dütscher, Östereicher und een Italiener, hebbt tohoopen eenen Lottotipp affgeeben, een Berliner, een Wiener und een Römer und se har’n wohrhaftig Glück. Se hebbt gewunnen, wär to schön, fief Richtige har’n se tippt und as dat Geld nu endlich köm, möß dat je verdeelt war’n. „Dat deelt wie in dree Deele ohne Striet“, seggt de Dütsche, „ohne veel Quark, ik heff dat all utreekt, du kriggst 9000 Schillinge nu gliek, du 9000 Lire und ik 9000 Mark. De lüttge Rest, dat bet’n wat noch överbliwt, versuupt wie hüt abend glieks.“ „Ja“, meen de Östreicher, „so kann’t gahn, ik mag zwor de Dütschen nich, bin mit dan Vörschlag inverstahn, de Dütschen, sind je nu mal gerecht!“ As dat nülichst mal üm enen Jak Pott von 7 Millionen güng, frög een Keerl sien Froo: „Segg mal wat wörst du maken, wenn ik mal in Lotto gewinnen wör?“ „Ik“, meen sien Froo, schmeet ehren Kopp stolz in Nacken und sä, „ik wör mik an uns Eheverdrag holen, de Hälfte von dan Gewinn nehmen und affhau’n, dor kannst du dik upp verlaten.“ Do lächelt de Keerl, halt sien Portemonäi ut de Tasch, gäw sien Froo 18 Euro, und sä: „Hier hest du de Hälfte von Gewinn, ik heff Sünndag 36 Euro gewunnen, und nu mak dat du affhaust.“ Dor kann man woll mit dat Leed singen: „Glücklich is, wer vergitt, wat nun eenmal nich to ännern is.“ Oder Verdrag, kummt von verdrägen. Dat Glück kann man nich sülmst bestimmen, man mutt versöken glücklich to leeben, üm sik sülmst eene Tokunft to geeben, denn stellt sik dat Glück von ganz alleen in. Wünsch jük all leewe Lüüd: „Egal ob Glück oder Pech, jü möt’ mehr up jük sülmst vertroon, vör dat Können giwt dat nur eenen Weg, man mutt dorvör wat doun!“ Wenn jük dooran holt, brukt jü keen Lotto spälen.

Von Carl Friedrich Bautsch

Carl Friedrich Bautsch ist gebürtiger Groß Hesebecker und schreibt als Heimat- dichter über Land und Leute der hiesigen Region.

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