Schwerer Einsatz in der Göhrde: Forstämter unterstützen Freiwillige Feuerwehr Himbergen

Löschen mit Handgepäck

Pascal Lührs (links) und Björn Hahnemeyer von der Feuerwehr Himbergen haben den 5000-Liter Faltbehälter zum handlichen Paket verpackt.

Göhrde/Himbergen. „Waldbrandbekämpfung stellt die Einsatzkräfte vor besondere Herausforderungen, insbesondere die oft schwierige Wasserversorgung in großen Wäldern wie der Göhrde“, sagt Dr.

Uwe Barge, Leiter des Forstamtes Göhrde, das im Nordosten an den Landkreis Uelzen grenzt.

Vor allem die extrem trockenen Heidewälder, die sich unter anderem dadurch auszeichnen, dass auf ihrem Gebiet meistens keine natürlichen Teiche und Flussläufe zu finden sind, seien für die Brandschützer problematisch, wie Rainer Baumgart, Pressesprecher der Niedersächsischen Landesforsten, im AZ-Gespräch erklärt. „In den Städten sind überall Hydranten, an die die Feuerwehrleute ihre Schläuche anschließen können, das ist im Wald natürlich anders. Dort sind auch Zisternen im Waldboden, aber eben nicht immer direkt am Brandherd“, erklärt Pressesprecher Reiner Baumgart.

Falls es in der Göhrde oder anderen Heidewäldern brennen sollte, müssen die Feuerwehrleute schnell handeln und das Löschmittel Nummer eins Wasser organisieren – das geht über mehrere, aber oft leider auch umständliche Wege: Kilometer lange Schlauchbrücken von einem Teich zum Brandherd oder der Wassertransport über Zwischenstationen, die aufwendig mit Folien eingerichtet und über die teils nicht geländegängigen Löschfahrzeuge befüllt werden müssen – eine Situation, die Gerätewart Lars Lühr von der Ortsfeuerwehr Himbergen nicht schmeckte. Er suchte nach einer Lösung, um Wasserreserven für die Löschkräfte in der Nähe des Brandes vorhalten zu können – und an dieser Stelle kommen das Niedersächsische Forstamt Göhrde und das Landwirtschaftskammer(LWK)-Forstamt Uelzen ins Spiel.

Rechtzeitig zum Sommerbeginn haben sie einen mobilen Löschwasserbehälter an die Freiwillige Feuerwehr Himbergen übergeben. Der 5000 Liter fassende Faltbehälter dient der raschen Wasserversorgung bei Wald- und Flächenbränden.

„Bei der Bekämpfung von Waldbränden kommt es auf jede Minute an, besonders für die ersten Einsatzkräfte vor Ort ist Wasser immer knapp. Ich habe das neue Gerät im Einsatz gesehen und war sofort überzeugt“, erklärt Lars Lühr. Seine Idee, die Wasserversorgung mittels Löschwasser-Faltbehälter zu optimieren, traf bei den Förstern der Landesforsten und der LWK auf offene Ohren.

Insgesamt 1400 Euro investierten das Forstamt Göhrde und das Forstamt Uelzen in den Faltbehälter. „Durch den Faltbehälter sparen wir im Ernstfall Zeit und binden weniger Personal beim Aufbau“, freut sich auch Ortsbrandmeister Sven Lühr. Das bewiesen die Brandschützer bei einer Vorführung: In zwölf Minuten verwandelten zwei Feuerwehrleute ein handliches Paket zu einem einsatzbereiten, geschlossenen Löschwassersystem.

Von Wiebke Brütt

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