Lieber östlich an Ehra vorbei

Ehra-Lessien. Das Gasthaus Heidekrug platzte am Mittwoch fast aus allen Nähten, so rege war das Interesse an der Sitzung des Rates der Gemeinde Ehra-Lessien.

Vor allem Lessiener waren erschienen – wohl wegen der A39-Pläne. Die Schnellstraße könnte, wenn die Vorzugsvariante umgesetzt werden sollte, nur wenige hundert Meter von ihrer Haustür entfernt, verlaufen (das IK berichtete). Erneut appellierte Bürgermeisterin Jenny Reissig (SPD) an die Betroffenen, sachlich zu diskutieren, verwahrte sich aber auch gegen den gegen sie erhobenen Vorwurf der Verschleierungstaktik. "Wir sind alle von einer Trasse möglichst nah bei Brome ausgegangen", berichtete die Gemeindechefin, die wie der übrige Rat auch die in der Presse vorgestellten Suchräume und Trassenkorridore kannte. Von der B4 im Westen bis hin zu einem Verlauf entlang der ehemaligen innerdeutschen Grenze im Osten. Auch hatte das Gremium ein positives Votum zu einer möglichen Autobahn im Bereich der Samtgemeinde Brome abgegeben. Nun stehe die Gemeinde vor einer Situation, die sie nicht gewollt habe, sagte Reissig. "Wir sind am Anfang der Diskussion", versuchte Ratsherr Peter Albrecht (SPD) zu beschwichtigen, der anhand von Folien das weitere Prozedere erläuterte und die Resolution der Samtgemeinde von 2004 in Erinnerung rief. Die Ortsteile der politischen Gemeinden müssen auch im Falle eines Autobahnbaus eine Einheit bilden, heißt es darin. "Wir wollen eine Entlastung unserer Ortsdurchfahrt haben." Die jetzige Planung bewirke für Ehra das Gegenteil. Zu den 10000 Fahrzeugen täglich, kämen im Falle eines Autobahnbaus weitere 1000 dazu. Es gelte Argumente zu sammeln und auf Gemeinde- und Samtgemeindeebene mit einer Zunge zu sprechen. Für eine Schleife östlich an der Ortschaft Ehra vorbei könnte vielleicht die unberührte Naturlandschaft des Vogelmoores sprechen. Reissig und Albrecht riefen die Bürger auf, von ihrem Eingaberecht Gebrauch zu machen. Im Mittelpunkt des am 11. Mai geplanten Dorfgesprächs wird die Autobahn stehen. Es wird wegen des zu erwartenden großen Bürgerinteresses wahrscheinlich im Saal des Gasthauses Heidekrug stattfinden. Erschienen: 21.04.2006: IK / 93 / Seite:6

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