Vermessungen dauern an / Mit Eigentümern wurde noch nicht gesprochen

Landwirte erwarten Einschnitte durch B 190n

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Einem Autobahnkreuz gleich soll die Kreuzung zwischen der B190 n und der Kreisstraße 1380 nahe Leppin gestaltet werden. Durch die neue Trasse werden vor allem Landbesitzer betroffen sein. Mit ihnen ist aber noch nicht gesprochen worden.

Arendsee. Wenig Informationen gibt es hinsichtlich der geplanten B 190 n zwischen der heftig umstrittenen A 39 zwischen Wolfsburg und Lüneburg sowie der angedachten A 14- Verlängerung von Magdeburg nach Schwerin.

Zu beobachten sind derzeit die Trupps, die die Strecke Meter für Meter vermessen. Vor allem im Bereich Kläden sorgt die Neutrassierung ab Binde an Kraatz vorbei und wieder bei Arendsee auf die alte B 190 führend für teilweise Unruhe. Gesprächsthema war sie bereits bei den Jägern in Kläden (wir berichteten). Die Waidmänner sehen darin ein Zerschneiden der Jagdgebiete und ein Vertreiben des Wildes.

Die Jäger sind das eine – aber Landwirte sind auch direkt betroffen. Unter anderem sprach die AZ mit dem Geschäftsführer der Landwirtschaftsgesellschaft Arendsee, Rolf Lehmann. „Wir sind angesichts der geplanten Strecke weniger stark betroffen. Wenn unsere Flächen tangiert werden, dann muss auch gesichert bleiben, dass wir die Flächen befahren können“, forderte Lehmann gegenüber der AZ. Aber nicht nur die Pächter sind gespannt, was passiert. Auch die Verpächter wollen gern wissen, was mit ihren Flächen geschieht. Im Raum Kläden, so erfuhr es die AZ, sind diesbezüglich noch keine Gespräche geführt worden. Einige befürchten eine Art Enteigung, andere wollen wissen, wo Ausgleichsflächen angeboten werden, wenn die Landeigentümer nicht verkaufen wollen.

Im Raum Leppin sind futuristische Lösungen im Zusammenhang mit der B 190n geplant. Der kleine Ort Neulingen, soll nach den im Arendseer Bauamt derzeit vorliegenden Planungsunterlagen, eine Abfahrt bekommen, die sich wie eine Autobahnkreuz darstellt. Im Bereich des Leppiner Bergs mit seinem enormen Wildwechsel soll eine Wildbrücke das ungehinderte Passieren des Wildes über die Bundesstraße ermöglichen – ohne Gefahr zu laufen, plattgefahren zu werden.

Es ist ruhig geworden um die B190n. Erinnert sei an Diskussionen in Kläden vor einigen Jahren, als die Gastwirte des Ortes um ihre Existenz bangten. Es war zudem die Idee geäußert worden, die neue Bundesstraße entlang der Bahntrasse Salzwedel-Wittenberge zu führen. Das wird nicht kommen.

Von Harry Güssefeld

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