Länder für schnellen Autobahn-Baustart

dpa/mr Uelzen/Wolfenbüttel. Die Ministerpräsidenten Wolfgang Böhmer und Christian Wulff (beide CDU) haben bei einer gemeinsamen Kabinettssitzung von Sachsen- Anhalt und Niedersachsen eine schnellstmögliche Fertigstellung der A14-Nord, der A39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg sowie der geplanten Querverbindung B190n gefordert. Dies sei von herausragender Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung der Regionen, sagte Böhmer in Wolfenbüttel.

Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) und seine Länderkollegen aus Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern hatten sich am Montag in Berlin darauf verständigt, die 154 Kilometer lange A14-Nord trotz erheblicher Kostensteigerungen zu bauen. Sie soll laut Tiefensee bis "Ende des zweiten Jahrzehnts" durchgängig befahrbar sein. Die Kosten waren vor geraumer Zeit von 775 Millionen auf 1,2 Milliarden Euro nach oben korrigiert worden. Bund und beteiligte Länder veranschlagen nach der Überarbeitung bestimmter Kostenpläne nun 1,1 Milliarden Euro.

Der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat unterdessen massiven Widerstand gegen die Verlängerung der A14 angekündigt und will das Projekt notfalls mit zahlreichen Klagen stoppen. "Der angedachte Trassenverlauf ist nach unserer Einschätzung juristisch nicht haltbar", sagte der BUND-Landesgeschäftsführer in Sachsen-Anhalt, Oliver Wendenkampf.

"Das Projekt ist eine gigantische Steuergeldverschwendung", sagte Wendenkampf. Es sei nicht nur aus ökologischer Sicht absurd, sondern auch unwirtschaftlich. Die Erschließung strukturschwacher Regionen sei deutlich preiswerter hinzubekommen, wenn man Bundesstraßen ertüchtige. "Wir sind willens, jeden Abschnitt juristisch auf den Prüfstand zu stellen", sagte Wendenkampf. Die Trasse durchschneide ein halbes Dutzend Naturschutzgebiete von europäischer Bedeutung.

Erschienen: 30.10.2008: AZ / TZ / Seite:2

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