Kurstadt will Westvariante

Bad Bevensen - Von Ines Bräutigam. Die Meinungen der Mitglieder des Bad Bevenser Bauausschusses über den geplanten Verlauf der A39 klafften am Montagabend noch ein wenig auseinander. Erschwerend kam hinzu, dass die CDU-Fraktion erst gestern zu diesem Thema beraten wollte.

So reichte das Meinungsspektrum in den Reihen der Christdemokraten von einem klaren Ja zur Autobahn von Horst Eckert bis hin zu der Forderung von Friedrich-Wilhelm Schlichting nach der so genannten 701-Lösung (Ausbau der B4 und Schaffung von Ortsumgehungen). >Mehrheitlich wurde dann aber eine Empfehlung an den Stadtrat abgegeben. Bei der enthielten sich die CDU-Mitglieder ihrer Stimmen, und die Bündnisgrüne Verena von Kriegstein – die einen Autobahnbau generell ablehnt, mit einem entsprechenden Antrag bei den übrigen Ausschussmitgliedern aber scheiterte – stimmte dagegen. Die empfohlene Stellungnahme der Stadt Bad Bevensen zum Raumordnungsverfahren für die A39 enthält folgende zentrale Aussagen: Vorangestellt ist eine Präambel, die von der SPD-Fraktion gefordert wurde. In ihr wird klar gestellt, dass die historische Zuwegung aus den benachbarten Ober- und Mittelzentren wie Lüneburg, Celle oder Uelzen und auch Großstädten wie Hamburg oder Hannover nach Bad Bevensen aus Westen erfolge. Daher sei aus Sicht der Stadt die Anbindung an eine Autobahn am einfachsten zu gestalten, wenn diese westlich von Bad Bevensen verlaufe. Es solle also nochmals der Bau der Westvariante geprüft werden. Falls trotz der Bedenken doch eine östlich des Elbe-Seitenkanals verlaufende Trasse für die A39 gewählt werden sollte, müssten folgende Einwendungen seitens des Stadt berücksichtigt werden:1. Durch den Bau der A39 und die daraus resultierenden Verkehrsbelastungen darf der Kur- bzw. Bäderstatus Bad Bevensens keinesfalls gefährdet werden, da dieser von existenzieller Bedeutung für eines der führenden Heilbäder Norddeutschlands ist. Daher fordert die Stadt von der Straßenbauverwaltung eine spezifizierte Verkehrsprognose mit den Wirkungen der Autobahn – auch für das gesamte nachgeordnete Straßennetz. Diese Prognose soll auch Aussagen zu Lärm- und Abgasimmissionen enthalten. Die Werte dürfen keinesfalls die Richtwerte für einen Kur- bzw. Bäderstatus überschreiten. 2. Die in der Vorzugsvariante geplante Trassenführung zwischen den beiden Bevenser Ortsteilen Groß Hesebeck und Röbbel hindurch stelle eine "unzumutbare Beeinträchtigung für Lebensqualität und Gesundheit der dort lebenden Menschen" dar. Dazu kommt, dass eine in Teilbereichen geplante Dammlage "auch eine massive visuelle Beeinträchtigung der Wohnumfeldbereiche" verursache. Für die Stadt steht fest: "Eine Trassenführung zwischen den genannten Ortsteilen hindurch ist daher inakzeptabel." 3. Die Stadt Bad Bevensen lehnt den Bau der Anschlussstelle Altenmedingen strikt ab, weil über sie sämtlicher Zu- und Abgangsverkehr über die Landesstraße 232 und die Dahlenburger Straße durch das Kurgebiet führen würde. 4. Eine stadtverträglichere Verteilung des Verkehrs solle vielmehr über eine Anschlussstelle bei Römstedt und den eventuellen Bau von neuen Zubringerstraßen auf die Römstedter Straße, die Röbbeler Straße oder die Klein Hesebe-cker Straße erreicht werden. Noch besser: der Bau einer direkten Anbindung an die Umgehungsstraße (L252). Erschienen: 31.05.2006: AZ / 125 / Seite:6

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