Gleich acht Parteien treten in Uelzen an – wenige 100 Stimmen können reichen

Kunterbunter Stadtrat?

Uelzen. 28 617 Menschen in Uelzen sind am Sonntag aufgerufen, ein neues Stadtparlament zu wählen. Und nach der Abstimmung könnte die Zusammensetzung des Stadtrates so bunt sein wie nie zuvor: Denn gleich acht Parteien und ein Einzelbewerber stellen sich am 11.

September zur Wahl. Im derzeitigen Stadtrat sind nur vier Parteien vertreten. Aber da es bei der Kommunalwahl keine Fünf-Prozent-Hürde gibt, können – je nach Wahlbeteiligung – schon wenige hundert Stimmen reichen, um einen Sitz im Ratssaal zu bekommen.

Unabhängige Wählergemeinschaft Stadtbereich Uelzen (UWG), WIR für Uelzen, aber auch die Rentner-Partei und die Piratenpartei – niemand weiß, welche Rolle diese Bewerber für den Stadtrat bei der Wahl letztlich spielen werden. Entsprechend zurückhaltend geben sich auch die beiden großen Parteien bei der Frage nach ihren Koalitionswünschen.

Nach der Wahl 2006 hatte die SPD gewissermaßen im Husarenstreich die große Koalition mit der CDU aufgekündigt und mit der FDP mit knapper Zwei-Stimmen-Mehrheit die Stadt Uelzen regiert – ein Verhalten, das mancher Christdemokrat der SPD bis heute übel nimmt. „Viele meiner Parteikollegen wollen nach den Geschehnissen der letzten Kommunalwahl nicht unbedingt auf die SPD zugehen“, macht CDU-Fraktionsvorsitzender Stefan Hüdepohl keinen Hehl aus der eher ablehnenden Stimmung. Grundsätzlich sei die CDU für eine stabile Mehrheit aber bereit, über ihren Schatten zu springen, meint Hüdepohl: „Wir sehen uns das Wahlergebnis an und schauen dann einmal, welche Gespräche sich daraus ergeben werden.“ Mit der SPD würden es jedenfalls „ziemlich harte Gespräche“ werden.

Hüdepohl geht davon aus, „dass wir einen bunten Rat bekommen werden“. Ähnlich sieht es auch sein Kollege von der SPD, Ralf Munstermann: „Das Ergebnis ist schwer abschätzbar, da ist alles möglich.“ Die Sozialdemokraten wollen ebenfalls keine Koalitionsaussage treffen: „Mit wem wir anschließend sprechen, liegt ganz in der Hand der Wähler. Wir schauen uns erst einmal das Ergebnis an“, so der Fraktionschef. Bei einer künftigen Zusammenarbeit gehe es ihm weniger um Partei-Namen, sondern vielmehr um Inhalte: „Und da findet man sogar bei den Piraten Ansätze.“ Es gebe bedeutsame Aufgaben in den nächsten Jahren in Uelzen zu bewältigen, so Munstermann im Hinblick auf Schulen, Entschuldung und Stadtpolitik – und da sei vor allem eines wichtig: ein verlässlicher Partner.

Von Thomas Mitzlaff

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