A-39-Planfeststellungsverfahren beginnt / BI Hohnstorf rüstet sich für Ablehnung

Kritik an Flächenverlust

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Bald beginnt das Verfahren für die Etappe der A 39 zwischen Lüneburg und Bad Bevensen. Die BI Hohnstorf wappnet sich.

Uelzen/Landkreis. „Die Einwendungen für den ersten Abschnitt müssen jetzt raus. “ Dieser betrifft zwar noch nicht den Landkreis Uelzen, sondern das Stadtgebiet Lüneburg, doch Matthias Sost und Reinhard Meyer von der BI Hohnstorf sind wachsam: Am Montag, 14.

Mai, geht das Planfeststellungsverfahren für Abschnitt 1 der A 39 los. Vier Wochen stehen den Trägern öffentlicher Belange, Initiativen und Bürgern die Unterlagen zur Einsicht und Stellungnahme zur Verfügung, um Einwendungen geltend zu machen. Anschließend geht es in die zweite Runde – die betrifft den Landkreis Uelzen.

Auf Initiative des Landtagskandidaten und Mitbegründers der BI Hohnstorf, Heiner Scholing, nahmen die Grünen des Landkreises Uelzen den bevorstehenden Verfahrensbeginn nun zum Anlass, um sich über den Sachstand in Sachen Autobahnbau und Rastplatz Hohnstorf zu informieren. Im Anschluss an Abschnitt 1 beginnt in Kürze auch das Verfahren für die zweite Etappe, einen Abschnitt von zirka 20 Kilometern Länge zwischen Lüneburg und Bad Bevensen, in dessen Zuge der Elbe-Seitenkanal gequert wird. In unmittelbarer Nähe des Ortes Hohnstorf soll eine einseitige Rastanlage entstehen – eine Planung, die breiten Widerstand vor Ort nach sich gezogen und zur Gründung der Bürgerinitiative geführt hat.

Matthias Sost und Reinhard Meyer haben sich für das Planfeststellungsverfahren gerüstet. „Wir haben unsere Argumente zusammen getragen, zum einen, um unsere generelle Ablehnung des Autobahnbaus zu untermauern, und dann auch ganz spezielle Gründe, die unsere Region betreffen.“

Neben den Belastungen für Umwelt und Anwohner treibt die Mitstreiter der BI auch der Flächenverlust für die Landwirtschaft um. Matthias Sost rechnet mit einem Verhältnis von 1 zu 3, das heißt, mit der Zubringer-Infrastruktur und den Ausgleichsflächen werde zusätzlich zu dem eigentlichen Terrain für die Autobahn etwa das Doppelte an landwirtschaftlichen Nutzflächen verloren gehen, zweieinhalbtausend Hektar insgesamt. „Wir haben noch fünf wirtschaftende Betriebe im Dorf, die so arbeiten, wie wir es unter bäuerlicher Landwirtschaft verstehen“, sagt Matthias Sost. Mais für die Bullen werde hier produziert und nicht für Biogasanlagen, wertvolle Saatgutbestände kämen hinzu. „Die Landwirte der Region fühlen sich unter Druck gesetzt“, fügt Reinhard Meyer hinzu. Um an die Flächen zu kommen, werde seitens der Politik mit Halbwahrheiten gearbeitet, beispielsweise bezüglich der Parkflächen für den Hamburger Hafen. „Hier sollen 200 Parkplätze in Richtung Hamburg entstehen, einfach, weil es billiger ist. Das macht uns wütend. Wir sind dafür, bestehende Strukturen zu nutzen und auszubauen“, fassen sie zusammen.

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