CDU-Kreistagsfraktion zur A 39: Nichtstun würde Privatwirtschaft schaden

Kostenanstieg war absehbar

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ib Uelzen/Landkreis. Die aktuelle Diskussion über das Kosten-Nutzen-Verhältnis der geplanten Autobahn 39 (AZ berichtete) ruft jetzt auch die CDU-Fraktion im Uelzener Kreistag auf den Plan: „Dass es beim Bau der A 39 zu erheblichen Kostensteigerungen kommen wird, war vorauszusehen“, sagt deren Vorsitzender Claus-Dieter Reese.

„Wenn man bedenkt, dass seit der ersten Kostenermittlung bereits über zehn Jahre vergangen sind. “ Hinzu kämen erhebliche Forderungen aus dem Umweltbereich wie Kriechbermen, Wildbrücken, seltene Tier- und Pflanzenarten, die in der laufenden Planung neben dem jährlichen Preisauftrieb zu namhaften Kostenerhöhungen führten, so Reese.

Der Kreistagsfraktionschef weist darauf hin, dass man nicht nur die Nutzen-Kosten-Rechnung für den Verkehr heranziehen dürfe, sondern auch in die Waagschale werfen müsse, was es bedeute, wenn die Region verkehrlich „weiter schlecht erschlossen“ bliebe. „Der wirtschaftliche Schaden für unsere Betriebe und Bürger mit Privateigentum geht jährlich in die Millionen“, so Reese.

„Es ist sehr egoistisch für eine Landtagsabgeordnete der Grünen, wenn man aus dem durch eine Autobahn erschlossenen Landkreis Lüneburg kommt, gegen den Ausbau der A 39 für den Landkreis Uelzen zu argumentieren“, findet der CDU-Mann. In Lüneburg nämlich habe sich die Wirtschaft unter anderem durch die gute Verkehrsanbindung positiv entwickelt, so Reese. „Will sie uns diese Chance vorenthalten?“

Der Fraktionsvorsitzende zieht als Argumentation eine Studie des Leibnitz-Instituts für ökologische Raumentwicklung in Dresden heran, die das Wachstum der deutschen Autobahnen und deren Auswirkungen auf die Umwelt analysiert. Autobahnen, so Reese, seien demnach „Lebensadern, deren Anschlussstellen die Ansiedlung von Gewerbe und Wohnsiedlungen stark fördern“.

Die A 39 sei gemeinsam mit der A 14 und der B 190 ein Projekt der Deutschen Einheit und werde deshalb auch bei der Fortschreibung des Bundesverkehrswegeplans 2015 berücksichtigt, ist der Christdemokrat überzeugt. Im Übrigen gehe er davon aus, dass bereits mit dem ersten Bauabschnitt spätestens 2013/14 begonnen werde. „Dann ist diese Maßnahme nicht mehr zu verhindern.“

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