Kosten für die A 14 explodieren

mr/dpa Uelzen/Stendal. Bei der geplanten Nordverlängerung der Autobahn 14 von Magdeburg nach Schwerin – dem anderen Hosenträger zur A 39 zwischen Lüneburg und Wolfsburg – gibt es eine Kostenexplosion.

In der Finanzierung klafft eine Lücke von mehr als 500 Millionen Euro. Nach einer aktuellen Kostenschätzung der Planungsfirma DEGES werde der Autobahnabschnitt insgesamt 1,278 Milliarden Euro kosten. Bund und Land Sachsen-Anhalt wollen trotz höherer Kosten und heftiger Kritik der politischen Gegner am Bau der Nordverlängerung der Autobahn 14 festhalten. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) stellte klar, dass die Autobahn auf jeden Fall gebaut werden solle, weil die A 14 eines der wichtigsten Verkehrsprojekte im Osten sei. Den Kostenanstieg führte Tiefensee vor allem auf die Umsetzung neuer Naturschutz-Auflagen zurück. Sachsen-Anhalts Verkehrsministerium will nun prüfen, wie die Mehrkosten zustande kommen und wie sie begrenzt werden könnten. "Je länger wir warten, desto teurer wird es", sagte Verkehrsminister Karl-Heinz Daehre (CDU). Die Mehrkosten von 503 Millionen Euro führte das Verkehrsministerium in Magdeburg zu einem Drittel auf allgemeine Kostensteigerungen und zu zwei Dritteln auf neue Umwelt-Auflagen der EU zurück. So müssten etwa Fledermausbrücken oder Krötentunnel gebaut werden. Auf den Zeitplan für das Projekt werde sich die neue Lage nicht zwangsläufig auswirken. Die Kostensteigerungen bei der A 14 stellen hingegen nach Ansicht des Dachverbands der 35 Bürgerinitiativen gegen die A39 den Bau der Verbindung Lüneburg-Wolfsburg in Frage. "Wenn sich die Kosten der A 14 infolge einer neuen Naturschutz-Gesetzgebung fast verdoppeln, trifft das auch auf die A39 zu." Deren Nutzen-Kosten-Verhältnis, das ohnehin kläglich sei, gerate dann endgültig in den Minusbereich, heißt es in einer Erklärung des Dachverbands. Unterdessen planen die Autobahngegner nunmehr das zweite Labyrinth auf der geplanten A-39-Trasse. Diesmal wird es aus Glücksklee-Pflanzen bestehen, die abwechselnd das ganze Jahr über blühen und so ein immer neues Bild ergeben. Eingesät wird das Labyrinth bei einer Aktion am Sonntag, 18. Mai, von 14 bis 17 Uhr rechts der Landstraße zwischen Bad Bevensen und Altenmedingen, hinter Secklendorf in einem Eichenhain mit Findlingen – dort, wo die A-39-Planer eine Autobahnauffahrt erwägen. Erschienen: 10.05.2008: AZ / TZ / Seite:2

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