Kommunikation steigern – und verbessern

Was war das für eine Woche! Rückzug und Neubeginn, Hoffnung und Scherben zugleich. Da wollten Bevensens und Ebstorfs Christdemokraten als stärkste Kraft mit einem Samtgemeinde-Bürgermeister ins Rennen gehen, der mehrere interne Vorstellungsrunden überzeugend überstanden hat.

Auch in der Diskussion in Hohenbünstorf blieben wirkliche Zweifel an Joachim Dassinger aus. So waren die fast 40 Prozent Nein-Stimmen mehr als ein Schlag ins Kontor. Klassischer kann man sich nicht ins Abseits befördern. Es war ein stummer, aber massiver Protest. Dassingers Rückzug ist konsequent, denn auf der Basis lässt sich kein Wahlkampf führen. Was die 22, die ihr Veto mit der Stimmkarte kundtaten, wirklich denken, ist spannend. Die Christdemokraten werden es herausfinden müssen, wenn sie wieder ganz vorn landen wollen. Da ist wohl eine Menge schief und zu Bruch gegangen.

Vielleicht machen sie einen Abstecher in die Kreisstadt, dessen Herzogenplatz jetzt ein Bürgerforum schmückt. Gute Idee und ein hehrer Anspruch, um die politische Kultur und Kommunikation in der Stadt zu verbessern. Allerdings bescherte nicht nur der Regen einen schlechten Start: Mittwochs um 10 Uhr kann man da schon ganz gut diskutieren – und schön unter sich bleiben...

Wenige Meter weiter im Kreishaus dürfte in einem Jahr manches wohl anders werden. „Kommunikation steigern“ hat sich CDU-Landratskandidat Heiko Blume als ein Ziel vorgenommen. Das sind schon neue Klänge.

Dagegen kann man jetzt im Zeitlupentempo beobachten, wie sich die Sozialdemokraten im Kreis ihr eigenes Hohenbünstorf zimmern. Ob nun Krumböhmer und/oder Nowak oder wer auch immer für Rot und/oder Grün ins Rennen geht, ist noch spannend. Dass dagegen SPD-Unterbezirksvorsitzender Klaus-Peter Dehde sich über- und auch vertaktiert hat, ist dagegen jetzt schon offensichtlich.

Eine neue Taktik gibt es auch beim Ukraine-Projekt. „Die Gesellschaft wird ihre Umsatzziele und Planergebnisse erreichen“, betonte Stadtwerke-Prokurist Falk-Wilhelm Schulz Anfang November in Schwäbisch-Hall. Da waren die Felder schon abgeerntet und der Exportstopp längst verhängt. Seit Mittwoch heißt es: Die Erträge in 2010 sind unterhalb der Erwartungen und bescheren ein Defizit von 600 000 Euro.

Da platzte auch Bürgermeister Otto Lukat ganz offensichtlich der Kragen. Das Stadtoberhaupt hatte das Projekt bislang nahezu bedingungslos protegiert. Seine Kritik an der Kommunikationspolitik deutet einen neuen Kurs an. Das ist ein Anfang und lässt hoffen, dass es doch noch besser werden kann.

marc.rath@cbeckers.de

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