Kein Schwächling...

. . . dachte der Uhlenköper noch, sei er. Hübsche Frauen auf Händen tragen – kein Problem, Bierkrüge stemmen geht auch für eine Weile gut ohne Muskelkater. Eigentlich war er zufrieden. Bis neulich. Da kam die neue Waschmaschine.

Kalter Schweiß brach beim Uhlenköper allein beim Gedanken an den engen Gang in den Keller aus. Seine Erlebnisse mit dem Transport von Waschmaschinen waren geprägt von leidenschaftlichem Geächze. Dann dieses unheilvolle Rutschen der Schwitzehände am Metall. Nicht auszudenken, wenn die Maschine dem Mitpacker auf die Beine kracht und dabei eine Macke bekommt. Und diese dritten Männer! Nervtötend, wenn sie meinen, an einer Ecke mit anpacken zu müssen – und dann die eigentlichen Träger aus der Balance bringen. Kurz: Waschmaschinenerfahrungen sind Extremerfahrungen.

Das sahen die beiden Träger neulich nicht so. Die nahmen die Maschine auf die Arme, grunzten kurz im Gang zum Keller, stellten die Maschine am vorgesehenen Ort ab. Und fertig war der Lack. Da ist die Bewunderung groß. Wer hat da noch Anerkennung für Anwälte, Politiker oder Journalisten? Pustekuchen, eh alles Schnösel. Wenn die Kinder mal groß sind, werden sie Waschmaschinenträger, denkt der

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