Sie kann einfach...

. . . die Hände nicht bei sich behalten, wenn etwas Streichelbares auf vier Beinen ihren Weg kreuzt. Ob Hund oder Katze (Maus nicht unbedingt. . . ) – Frau Uhlenköper streicht ihnen einfach gern durchs Fell.

So auch neulich in einem Geschäft: Sie war gerade in Begriff zu gehen, als ein Vater mit seinem Sohn und einem Rauhaardackel den Laden betrat. Während die beiden Zweibeiner zielstrebig ihren Weg in den hinteren Teil des Geschäfts fortsetzten, blieb der kleine Hund plötzlich vor Frau Uhlenköper stehen. Sie ging in die Hocke, ließ sich kurz die Hand beschnuppern und kraulte den Dackel hinter seinen Schlappohren. Dem Vierbeiner gefiel die spontane Streicheleinheit offensichtlich, er setzte sich hin und streckte die Nase in die Luft, damit Frau Uhlenköper bitteschön auch noch am Kinn kraulen konnte. Plötzlich krähte von hinten eine Kinderstimme: „Papa! Die Frau streichelt Tom!“ Frau Uhlenköper blickte erschrocken auf – und in die vorwurfsvollen Augen eines etwa Fünfjährigen. Dessen Vater bestätigte seinem Kind in sanftem Ton: „Ja, genau, die Frau streichelt Tom. “ Der Junge kniff die Augen zusammen und musterte Madame, die nunmehr etwas eingeschüchtert nur noch verlegen an den Hundeohren zupfte. Der Steppke kam näher und blickte forschend auf die knieende Frau Uhlenköper hinab. Dann drehte er sich zu seinem Vater um und krähte quer durch den Laden: „Die Frau ist lieb!“ Besagte atmete auf, der Dackel wedelte wieder mit dem Schwanz und die Stimme des Vaters bestätigte erneut: „Ja, die Frau ist total lieb!“ Der Fremde zwinkerte ihr verschwörerisch zu, und da wurde sie nur noch knallrot, die Frau.

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