Bürgerinitiative Hohnstorf unternimmt Wanderung entlang der geplanten Trasse / Große Resonanz

Kampf gegen A 39 geht weiter

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Am Schiffsanleger an der Wulfstorfer Brücke versammelten sich die Teilnehmer, die sich bei Bratwurst und Getränken austauschten. Sie wollen weitere Aktionen planen, informieren und aufklären.

Hohnstorf. Welche Folgen hat der geplante Bau der A 39 für die Umwelt, Anwohner und Landwirtschaft in der Gemeinde Bienenbüttel?

Rund 70 Bürger ließen sich von der Bürgerinitiative (BI) Hohnstorf bei einer Wanderung die möglichen Auswirkungen des Baus der Autobahn 39 vor Augen führen.

Startpunkt war die Wulfstorfer Brücke. Die Autobahntrasse soll in nur wenigen hundert Metern Entfernung an Wulfstorf vorbeiführen. Belästigungen oder Umwege, die die Wulfstorfer in Kauf nehmen müssen, seien laut BI für das Umfeld die Folge. Die zweite Station war das Pumpenhäuschen. Schwerpunktthema war dort die Beregnung. Die Hauptleitung, von der aus weit über 600 Hektar Acker versorgt werden, würde durch die Autobahntrasse durchtrennt und müsse neu verlegt werden. Verloren gehende Ernteperioden seien weitere Folgen, mahnte die Bürgerinitiative..

Weiter liefen die Teilnehmer in Richtung Vierenbach-Querung, die westlich des Elbe-Seitenkanals zum FFH-Schutzgebiet gehört und damit ein empfindliches Ökosystem ist. Haltepunkt vier war die geplante PWC-Anlage bei Hohnstorf, wo die Bürgerinitiative auf den geplanten Parkplatz einging. Dort sollten Toilettenhäuschen auf beiden Seiten der Autobahn für jeweils 50 Lkw und 20 Pkw eingerichtet werden. Etwa fünf Hektar Land werden dafür benötigt, das den Landwirten verlorgen ginge.

Nächste Station war die Hohnstorfer Brücke, die Solchstorf mit Bienenbüttel verbindet. Sie soll laut den derzeitigen Planungen quasi verlängert und über die Autobahn geführt werden. Am Hönkenbach wurde eine weitere Problematik beschrieben: Die Autobahn solle auf einer hohen aufgeständerten Brücke die Senke überqueren.

Letzter Halt war die Brücke bei Edendorf. Dort machten die Hohnstorfer deutlich, dass das Vorhaben die Lebensqualität der Anwohner bedrohe und zumutbare Lärmemissionen überschritten würden. „Wir haben versucht, an jeder Station Informationen zu geben“, meinte Matthias Sost, einer der BI-Sprecher. Er freute sich über die große Resonanz. „Es sind ganz viele Leute aus dem Rat aber auch viele aus Jembke, dem Landkreis Gifhorn, mitgelaufen.“ Darunter war zum Beispiel die Sprecherin der Bürgerinitiative Karin Loock. „Uns wurde deutlich gemacht, dass die Zeit davon läuft.“ Damit meinte sie das Planfeststellungsverfahren. Man habe vier Wochen Zeit, seine Wünsche und Einwände zu äußern, betonte Loock. Norbert Schulze, ebenfalls aus Jembke, der mit seiner Frau und seinen zwei Söhnen mitlief, tankte durch diese Aktion Kraft. „Durch die langjährige Erfahrung, die die Hohnstorfer haben, werden wir in Jembke motiviert, auch gegen die geplante A 39 zu kämpfen.“ Gut informiert fühlte sich auch Edeltraud Ignee aus Hohnstorf: „Ich finde es gut, dass es im Vorfeld getan wird. Außerdem wurden wir auch über Feinheiten aufgeklärt.“ Als Beispiel nannte sie Wild, das durch den Bau der Autobahn verdrängt werde. Rolf Kreye aus Hohnstorf nahm nach dieser Aktion mit: „Wir werden uns weiter wehren gegen die Autobahn.“

Von Volker Althoff

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