Irreales Vabanque-Spiel?

mr Uelzen. Der Dachverband der 35 Bürgerinitiativen gegen die geplante A 39 fordert die politischen Gremien der Stadt Uelzen auf, ihre Gewerbegebietsplanungen im Umfeld der geplanten A 39 nicht gegen den Willen der betroffenen Ortsteile durchzusetzen. Dachverbandssprecherin Annette Niemann verwies auf den ablehnenden Mehrheitsbeschluss bei der Ortsratssitzung Riestedt und "auf die ablehnende Positionierung fast aller Bürger" bei der Ortsratssitzung in Hanstedt II: "Die Auflösung bestehender Gewerbegebiete in der Stadt und die gleichzeitige Planung der vierfachen Fläche an der Sankt-Nimmerleins-Autobahn ist ein ideologisch fehlgeleitetes Vabanque-Spiel auf Kosten der ganzen Stadt, der überplanten Ortsteile und der betroffenen Landwirte", kritisiert Niemann.

Die von der Stadt erhofften Logistik-Firmen würden sich auch an einer A 39 nicht ansiedeln, das zeigten alle Untersuchungen an neu gebauten Autobahnen der letzten Jahrzehnte. "Sollten sie wider Erwarten doch kommen, würden sich die aufgestapelten und auch nachts hell beleuchteten Container wie eine Wand um Hanstedt legen", befürchtet Niemann. Sie begrüßte es, dass bei der Ortsratssitzung in Hanstedt die Forderungen der Bürger ins Protokoll aufgenommen wurden – "nämlich den Raum für eine dringend benötigte Ortsumgehung frei zu halten, die mögliche Verhinderung des Autobahn-Lärmschutzes infolge der Gewerbegebiets-Vorbelastung zu prüfen und die wesentlich reduzierten Flächen allenfalls ortsfern beiderseits der B 71 zu planen".

Bürgermeister Otto Lukat (SPD) widerspricht dieser Auffassung. "Wir als zentraler Ort wollen möglichst viele Arbeitsplätze schaffen", bezeichnete er die Planungen "als Herausforderung". Der Bürgermeister räumt ein, das es unterschiedliche Interessen gibt: "Die haben wir im Planfeststellungsverfahren abzuwägen."

Der städtische Bauausschuss befasst sich am Montag um 18 Uhr im Rathaus mit der Ausweisung der Gewerbegebiete.

Erschienen: 27.02.2009: AZ / TZ / Seite:3

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