Immer mehr Unterstützer für Uelzen

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Steht die Arbeitsagentur Uelzen vor rosigen Zeiten oder droht ihr ein Kahlschlag? Politiker von CDU und SPD fordern, den Hauptsitz der Agentur in der Uhlenköperstadt zu belassen.

Uelzen. Die Zahl der Unterstützer aus Politik und Verwaltung, die sich für den Erhalt des Arbeitsagentur-Standortes Uelzens einsetzen, wird immer größer. Jetzt fordern auch die SPD-Bundestagsabgeordnete Kirsten Lühmann und CDU-Landtagsmitglied Jörg Hillmer, den Hauptsitz des Agenturbezirkes in der Uhlenköperstadt zu belassen und nicht nach Lüneburg zu verlagern.

Genau das erwägt aber die Bundesagentur, die den Zuschnitt ihrer Bezirke stärker an die Kreisgrenzen angleichen will (AZ berichtete). Zuvor hatten sich bereits CDU-Bundestagsabgeordneter Henning Otte, Uelzens CDU-Kreistagsfraktionschef Claus-Dieter Reese, Erster Kreisrat Heiko Blume und SPD-Landratskandidat Jürgen Krumböhmer für den Standort Uelzen stark gemacht.

„Die Bezirksleitung muss hier vor Ort bleiben“, betont Kirsten Lühmann gegenüber der AZ. Die Agentur in Lüneburg sei nicht nur weiter von der hiesigen Region entfernt, sondern habe auch „keinen Bezug zu den Problemen und Örtlichkeiten in Uelzen“.

Grundsätzlich hält Lühmann eine Orientierung der Agentur-Bezirke an die jeweiligen Kreisgrenzen für sinnvoll. Sie kann aber nicht verstehen, warum Lüneburg, das eindeutig in Richtung Harburg ausgerichtet sei, künftig auf Agentur-Ebene mit Uelzen und Lüchow-Dannenberg verschmelzen soll. Gemeinsam mit Otte will Lühmann nun eine Initiative auf Bundesebene für die Sicherung des Hauptsitzes in Uelzen starten. „Wir müssen uns direkt an die Bundesagentur wenden und dabei mit einer Stimme sprechen“, appellierte sie an ihren CDU-Kollegen.

Auch nach Ansicht von Jörg Hillmer darf der Agentur-Stanort Uelzen nicht geschwächt werden, denn die Arbeitslosenquote sei hier, ebenso wie in Lüchow-Dannenberg, wesentlich höher als in Lüneburg. „Die Arbeitsagentur würde vor ihren Problemen davonlaufen, wenn sie sich aus Uelzen zurückzieht. Denn die Probleme sind hier in Uelzen“, bekräftigte er. „Ein Abzug nach Lüneburg geht überhaupt nicht.“

Allerdings sei die Einflussmöglichkeit der Landespolitik auf die Arbeitsagentur, eine Bundesbehörde, sehr gering. Trotzdem sei es wichtig, gemeinsam für Uelzen Position zu beziehen. Eine Petition oder ein Appell des niedersächsischen Landtages an die Bundesagentur kann sich Hillmer nicht vorstellen. „So etwas muss man in Gesprächen regeln“, meint er. Deshalb wolle er nun mit Niedersachsens Wirtschaftsminister Jörg Bode über dieses Thema sprechen „und schauen, welche Einflussmöglichkeiten es gibt.“

Von Bernd Schossadowski

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