„Ich kann Sie verstehen

Friedrich-Otto Ripke nahm sich gestern Zeit für Diskussionen mit den Initiativlern. Foto: Rath

Lüneburg. Die Medien mussten warten. Staatssekretär Friedrich-Otto Ripke (CDU) beließ es gestern Morgen nicht bei einer kurzen Begrüßung der Autobahngegner, die sich mit einer kleinen Abordnung vor der Regierungsvertretung Lüneburg versammelt hatten. Der Lenker im Raumordnungsministerium diskutierte fast eine halbe Stunde mit den A-39-Skeptikern.

"Ich kann Sie verstehen", zeigte Ripke dabei durchaus Verständnis für den Protest, warb dann aber engagiert für die Autobahnpläne. "Im Planfeststellungsverfahren werden wir oft an Ihrer Seite sein", sah er zudem durchaus Gemeinsamkeiten, wenn es künftig etwa um lärmverträgliche Lösungen gehen wird.

So diszipliniert und sachlich der Dialog auch verlief, in der Sache blieben beide Seiten bei ihren Argumenten. Initiativen-Sprecher Eckehard Niemann bezweifelte, dass die A 39 vor der A 22 gebaut werde. Die vergebliche Hoffnung auf die Autobahn blockiere wichtige andere Projekte in der Region. "Wir haben für die A 39 jetzt ein Raumordnungsverfahren abgeschlossen und sind damit weiter", konterte Ripke. Der Christdemokrat ließ auch Niemanns Vermutung abprallen, dass von der Politik die A 22 bevorzugt werde: "Wir brauchen und wollen beide Autobahnprojekte."

Dass er die Proteste durchaus ernst nimmt, demonstrierte der Staatssekretär auch in der Pressekonferenz. "Wir hatten bei diesem Verfahren eine breite Bürgerbeteiligung, räumte er ein, dass viele Kommunen und Privatleute gegen die Pläne argumentiert hatten. "Das haben wir berücksichtigt." Und: "Wir sind zu der Überzeugung gekommen, dass wir in gutes Ergebnis gefunden haben." Das sahen die A-39-Gegner indes anders und präsentierten ihrerseits die bekannten Argumentationsbausteine als "aussichtsreiche A-39-Stopper".

Alle Unterlagen des Verfahrens sind im Internet: www. strassenbau.niedersachsen.de

Erschienen: 30.08.2007: AZ / TZ / Seite:2

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