Ole Husmittel

Wat hett dat doch fröher vör goode Husmittel gäben. Wenn man hüt süht woveel verschiedene Medikamente von Doktor verschreeben ward, markt man dat de Erkenntnise von Krankheiten sik ändert hebbt.

Har man sik fröher as Kind bet’n verletzt har, heet dat, mak man Spuck up, denn is dat nich to sehn. Wärn dat grötere Wunden mök man Jod dorup. Binde rüm oder Heftplatster upbacken, oder Taschendook rümwickeln.

Jeder een har Gröne Droppem to Huus. Bi Koppwehdag, poor Droppen an de Stirm inrieben, alles wär kloor. Wär man verköhlt, poor Droppen up een Stück Wörbelzucker, de hölpen ümmer. Baldrian-Droppen wenn man nich inschlapen könn. Fenchelhonmnig bi Halswehdag. Linken Strump üm Hals binden, hölp ok. Bi Fieber möss man to Bett und Aconit-Perlen schlucken. Balistolöl wär för alles good.

Salben har man „Bämser Wund und Heilsalbe“ to Hus. Schwatte Salw oder Ichtiolsalv, Ilon-Abzesssalv, wenn wat entzündet wär und eitern dä. Bi Entzündungen an Been und wo anners, mit „Gröne Seep“ hitt baden hölp ümmer. Köhlen mit Essigsaure Tonerde löt Schwellungen verschwinden. Bi Verstoppung hölp Rhizinusöl und bi Dörchfall Kohletabletten. Höhnerbröh wär good. „Hohn ward schlacht,“ heet dat, „wenn de Buur krank is oder dat Hohn.“ Har man Wörtgen, hölp Schöllkrut oder man möss de bespreeken laten. Halswehdag, mit Wasserstoffsuperoxyd gurgeln.

Erst wenn dat alles nich hölpen dä Güng man to’n Husarzt.

Je und denn de veelen Teesorten de sammelt wörn. Fast vör jede Krankheit hölpen de bestimmten Teesorten.

Domals güng mal eener in de Apotheke und sä to de Junge Deern, de dor verköpen dä: „Mik deiht de Buuk so weh, giw nik mal Kamillentee.“ Do antwort de lüttge söte Deern: „Kamillen gäw ik dik gern, Tee musst du sülmst kaaken.“ Fangt de Junge Mann to housten an. „Heff housten, oh je mi nee, giw mik mal Pfefferminztee.“ Antwort de Deern, Pfefferminz geew ik dik geern, Tee musst du sülmst kaaken.“ Seggt de junge Mann: „Is eene Plag,ok heff ik dauernd Koppwehdag, is ganz schlimm oh je, giw mik mal Baldriantee.“ Do antwort de sööte Deern, Baldrian gäw ik dik geern, Tee musst du sülmst kaaken.“ Meent de junge Man dat hört sik good an, denn könnt se ok mal eben, mik eenen Brusttee gäben.“ Bost kann ick dik ...., de Deern lacht fürchterlich, nee min Jung dat geiht nu wirklich nich.“

Wie süht dat hüt ut? Woveel Mittel giwt dat hüt. Sä mal eener: „Bin nan Doktor west, de will je ok leeben. De hett mik een Rezept upschreben. Dormit heff ik to’n Apotheker gahn, denn de will je ok leeben. Heff denn dan langen Bipakzettel leest, wat dor alles upsteiht, kannst Angst kriegen, dik een ne’e Krankheit utsöken. Heff de Pillen in Müllammer schmetten, den ik will je ok noch leeben.

Huusmittel sind ok hüt noch good. Jeden Morgen een Glas Waader drinken bi’n uppstahn, dat hölpt ok hüt noch.

Carl-Friedrich Bautsch lebt in Groß Hesebeck, ist ein Kenner der hiesigen Geschichte und Plattsnacker aus Leidenschaft.

Von Carl Friedrich Bautsch

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