Bis heute nicht verwunden

Leserbrief zum AZ-Artikel „Es hat nicht gereicht für Wendt“:

Das Ergebnis der Wahl zum Ersten Samtgemeinderat am Donnerstag, 17. November, überrascht mich nicht. Das Stimmverhalten der genannten Ratsmitglieder und die vorgetragene Begründung zeigen, dass sie in den letzten beiden Wahlperioden nichts dazugelernt haben. Die Verweigerung der Zustimmung ist allein auf die Person Torsten Wendt zugeschnitten und beruht nicht auf fehlender Fachkompetenz. Bis heute hat es die CDU nicht verwunden, dass sie vor acht Jahren ihren Kandidaten zur Wahl des Samtgemeindebürgermeisters nicht durchbekommen hat. Sie war von Anfang an nicht bereit, mit ihm konstruktiv zusammenzuarbeiten. Sie hat mit ihrem Verhalten das eindeutige Wählervotum von damals boykottiert. Die Mehrheit der Bevölkerung hat ganz bewusst Torsten Wendt gewählt, um frischen Wind in die Samtgemeinde hinein zu tragen und die verkrusteten Strukturen aufzubrechen. Vorschläge in diese Richtung (z.B. Baumwipfelpfad) fanden keinerlei Unterstützung. Ständig wurden ihm Knüppel zwischen die Beine geworfen. Das gilt auch für seine Ideen zur Haushaltskonsolidierung. Der Vorschlag, den Rat zu verkleinern und damit Aufwandsentschädigungen zu sparen, wurde ignoriert. Ich könnte die Liste noch beliebig erweitern. Es ist ja auch einfach, mangelnden Sparwillen anderen Kommunalträgern und dem Land vorzuwerfen. Ich bin davon überzeugt, hätten die Wähler bei der Kommunalwahl 2011 die Möglichkeit gehabt, den Ersten Samtgemeinderat direkt zu wählen, das Votum wäre eindeutig ausgefallen. Die Hoffnungen, die ich hatte, dass der herbeigeführte Generationswechsel bei der CDU zu einer sachlichen und von Befindlichkeiten befreiten Denkweise führen würde, haben sich nicht erfüllt. Stuttgart 21 lässt grüßen.

Heinrich Cassier,

Ebstorf

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