Heute Erörterungstermin

Sechsspurig über die Elbe? Unmittelbar neben der Brücke der B 189 soll die geplante A-14-Brücke die Elbe queren.

Wittenberge/Osterburg - Von Susanne Bohlander. Planer nehmen heute in Wittenberge zu A-14-Beschwerden bei einem Erörterungstermin Stellung. Die Stadt Wittenberge will notfalls Klage einlegen – Einwohner und Kommunen erheben auf beiden Seiten der Elbe gleiche Forderungen.

Um die geplante Autobahnbrücke über die Elbe geht es am heutigen Dienstag im Rathaus in Wittenberge. Anlässlich eines Erörterungstermins nehmen die A-14-Planer Stellung zur Kritik der Stadt Wittenberge, von betroffenen Einwohnern und Umwelt- und Naturschutzverbänden. Einwohner aus der Verbandsgemeinde Seehausen werden ebenfalls beim Erörterungstermin mit dabei sein. Für den zwei Kilometer langen Abschnitt VKE (Verkehrseinheit) 1153, der in der Flussmitte ab Landesgrenze beginnt und an der Kreuzung mit der B 195 (Lenzener Chaussee) endet, wurde das Planfeststellungsverfahren im Februar zeitgleich mit dem Abschnitt Seehausen-Elbe eröffnet.

Dass der Erörterungstermin für den Brandenburger Teil der Elbebrücke nun so viel früher kommt als für den Abschnitt in der Altmark, liegt offenbar an der besonders hohen Zahl der Beschwerden im Bereich Seehausen. Eine Rekordzahl von 900 Einwendungen ging Anfang April beim Landesverwaltungsamt für die Abschnitte Seehausen-Geestgottberg und Geestgottberg– Flussmitte/Landesgrenze ein. Wie das Landesverwaltungsamt bestätigte, handelt es sich um die bisher höchste Beteiligung von seiten der Einwohner, die es bei einem Straßenbauvorhaben in Sachsen-Anhalt je gab. Verkehrsminister Daehre reagierte umgehend auf diesen massiven Protest und versprach am 21.8.2010, mit der Bundesregierung über mehr Gelder für den Lärmschutz zu verhandeln. „Die A 14 darf nicht am Lärmschutz scheitern.“

Da die Ländergrenzen in Flussmitte enden, wird die A- 14-Brücke von zwei unterschiedlichen Behörden geplant. In Sachsen-Anhalt ist der Landesbetrieb Bau zuständig, in Brandenburg mit der DEGES die Straßenbaubehörde des Bundes. Die Stadt Wittenberge hat angekündigt, gegen die geplante Trasse notfalls Klage vor dem Bundesverwaltungsgericht einzulegen. Befürchtet werden massive Lärmbelästigungen durch die Brücke und durch die extreme Dammlage der Trasse, die in unmittelbarer Nähe zum Gewerbegebiet ohne Lärmschutzwände auf einem sechs bis neun Meter hohen Damm verlaufen soll. Die Stadtverordneten fordern eine stadtfernere Trasse, Lärmschutzwände auf den gesamten zwei Kilometern sowie die ebenerdige Führung der Autobahn. Auch betroffene Einwohner haben angekündigt, notfalls gegen die Planung und unzureichenden Lärmschutz Klage einzulegen.

Ebenso wie die Stadt Wittenberge fordert auch die Verbandsgemeinde Seehausen in ihrer Stellungnahme eine ebenerdige Führung der Trasse und Verzicht auf die extreme Dammlage, außerdem wirksame und weitergehende Lärmschutzmaßnahmen und den Ausbau von Alandstraße und K 1020 („alte B 189“). Sehr viele Einwohner fordern darüber hinaus, die Planung für die A 14 zu beenden und den bedarfsgerechten Ausbau der B 189 zu prüfen. Inwieweit der für die Planung verantwortliche Landesbetrieb Bau auf die Forderungen aus Seehausen eingeht, ist noch nicht bekannt. Bekannt wurde aber bereits, dass es eine Asphaltierung der Wirtschaftswege nicht geben wird. Wie das ALFF kürzlich bei einer Infoveranstaltung in Geestgottberg mitteilte, soll sich an der geplanten Schotterung der Wirtschaftswege nichts ändern. Der Erörterungstermin für den Bereich Seehausen bis Geestgottberg wird nach Auskunft des Landesverwaltungsamtes im ersten Quartal 2011 stattfinden. Wie der zuständige Referatsleiter Christian Hundrieser zusicherte, werden rechtzeitig vor dem Termin alle Einwohner, die ihre Beschwerde eingereicht haben, eine schriftliche Antwort vom Landesverwaltungsamt erhalten.

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