Gefälle im Kreis / Steinhilber: Von Bauboom war in der Region noch nie die Rede

Hausbau: Norden attraktiv

Im Neubaugebiet „Stadtkamp“ in Grünhagen wachsen Häuser in die Höhe. Fünf der 16 Bauflächen wurden binnen eines Jahres verkauft. Auch mit dem Verkauf in den anderen vier Baugebieten in der Gemeinde Bienenbüttel ist die Verwaltung zufrieden. Foto: Ph. Schulze

Uelzen/Grünhagen. Durch die niedrigen Zinssätze bei Krediten wachsen vor allem in Neubaugebieten im Norden des Kreises weiter Häuser in die Höhe. Ein Beispiel: das Neubaugebiet Stadtkamp in Grünhagen. Dort sind Häuslebauer derzeit fleißig zugange.

Wie Christoph Fröhlich, Mitarbeiter des Bauamtes der Gemeinde Bienenbüttel, auf AZ-Nachfrage erklärte, seien im vergangenen halben Jahr drei weitere Grundstücke in Grünhagen verkauft worden. Damit sind fünf der 16 zur Verfügung stehenden Bauplätze des im vergangenen Sommer ausgewiesenen Neubaugebietes bereits belegt. Fröhlich: „Mit allen fünf Neubaugebieten in der Gemeinde Bienenbüttel sind wir sehr zufrieden. Neben dem Stadtkamp in Grünhagen gibt es nur noch vereinzelte Baugrundstücke. Wir sind zuversichtlich, dass auch diese bald verkauft werden. “ Deshalb müsse die Gemeinde auch nicht für die Gebiete werben.

Gibt es damit im Kreis Uelzen einen Bauboom? Werner Steinhilber, Vorstandsmitglied der Sparkasse Uelzen/Lüchow-Dannenberg, will diesen Begriff lieber nicht in den Mund nehmen. Durch die günstigen Voraussetzungen habe es in den vergangenen Jahren einen leichten Anstieg gegeben, was Anfragen für Neubauten sowie für den Ankauf von Wohneigentum betreffe. „Aber von einem Bauboom war in der Region noch nie die Rede“, so Steinhilber. Zumal die Situation bei privaten Bauvorhaben im Kreis Uelzen sehr unterschiedlich sei. Während es im Norden und Westen des Kreises durchaus Anfragen gebe und auch Häuser gebaut würden, sei das Interesse im Süden und Osten geringer. „Die Anbindung an Lüneburg und Hamburg ist ein Argument auch für junge Menschen sich im Norden nach Bauland oder Wohnraum umzuschauen“, erklärt Steinhilber. Eine Tendenz, die auch Frank Peters, Baudezernent des Kreises, bestätigt. Der Kreis erhält über die Bauleitplanung – das Ausweisen von Neubaugebieten in Flächennutzungs- und Bebauungsplänen – Erkenntnisse zu den Bauflächen. Dass im großen Stil neue Baugebiete im Kreis ausgewiesen werden, kann Peters nicht feststellen. „Vielmehr werden vorhandene Areale aufgefüllt“, berichtet der Baudezernent.

Allein ein günstiger Zinssatz, so gibt Werner Steinhilber zu bedenken, reiche nicht aus, um einen Bau realisieren zu können. „Eigenkapital muss mitgebracht werden. Eine 100 Prozent-Finanzierung erfolgt über die Sparkasse nicht, weswegen mancher Bauwunsch auch unrealisiert bleibt“. Gerade auch, wenn sich die Lebenssituation von Kunden ändern könnte.

Von Norman Reuter

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