Hankensbüttel trägt Vorzugstrasse mit

Von Thomas JordanHankensbüttel. Im Bauausschuss der Samtgemeinde Hankensbüttel zeichnete sich bereits ab, dass es von Seiten des Samtgemeinderates keine Stellungsnahme zur B190n, der so genannten Querspange zwischen A39 und A14, geben werde (das IK berichtete). Und so kam es am Donnerstagabend während der Ratssitzung im Hotel Zur Linde in Hankensbüttel denn auch. In der Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren der A39 wird auf eine Stellungnahme zur B190n verzichtet. "Dazu werden sich möglicherweise die Mitgliedsgemeinden eigenständig äußern", heißt es von Seiten der Samtgemeinde.

Die Vorzugsvariante der A39 wird indes "begrüßt und voll mitgetragen". Allerdings ist die Ortslage Wentorf aus Sicht des Rates auf Lärmschutzmaßnahmen zu untersuchen. "Die Planungsinstanzen sind insgesamt gut beraten, den Anliegerdörfern ihre Ängste vor der Verlärmung ihrer Lebensräume zu nehmen durch frühzeitige Information über weitere Planungsschritte", heißt es weiter.

Die Forderung der Stadt Lüneburg nach einer westlichen Variante stößt in Hankensbüttel auf erheblichen Widerstand, "weil dann wieder eine Linienführung über Sprakensehl und quer durch den Bereich Obernholz ins Gespräch kommen könnte." Und davon wären die Lebensräume von acht Dörfern betroffen. "Wir kündigen dagegen vorsorglich massiven Widerstand an und behalten uns dazu weitere fachliche Begründungen schon jetzt vor", schreibt die Samtgemeinde an die Raumordnungsbehörde. Mit zwei Gegenstimmen wurde diese Stellungnahme beschlossen.

Herbert Hassemer, Sprecher der Gruppe aus SPD, FDP, Grüne und WSH, gab eine Erklärung zur A39 ab. Die Gruppe sehe die Schnellstraße mehrheitlich als Förderprogramm für den Nordkreis. Sie sei Voraussetzung, um die strukturschwache Region wettbewerbsfähig zu machen.

Irmgard Pfeffer (Grüne) nutzte die Diskussion, um einzuwerfen, dass ein Ausbau der Bundesstraße 4 günstiger und besser für die Region sei. "Die Menschen an der B4 brauchen Ortsumgehungen. Und diese Pläne werden durch den Autobahnbau ausgebremst", so die Bokelerin. Werner Warnecke (CDU) verteidigte die A39 als wichtig für die Wirtschaft. Pfeffers Fraktionskollegen Dr. Günter Brünning fehlt ganz einfach eine Kosten-Nutzen-Rechnung, ohne die er eine so schwerwiegende Entscheidung nicht treffen könne. Dirk Köllner (CDU) verwies darauf, dass es um den Verlauf der Trasse gehe und damit könne man aus Sicht der Samtgemeinde zufrieden sein. Ein Ausbau der B4 würde zudem nicht die östlichen Räume erschließen. Und auch Ingrid Wrede (FDP) sprach sich für die A39 aus. Sie sei für die Wirtschaft sehr wichtig. Ebenfalls begrüße sie, dass die Querspange nördlich von Bokel verlaufe. Anderswo würden die Menschen zu sehr von der B190n betroffen.

Erschienen: 20.05.2006: IK / 117 / Seite:4

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