150 Glüsinger gegen Vorzugstrasse

Glüsingen/Wittingen - Von Holger Boden. Ein achtseitiges Papier gegen die Vorzugsvariante der A39 hat jetzt der Ort Glüsingen als Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren eingereicht. Ortsvorsteher Uwe Hoppmann überreichte die von 150 Glüsingern unterschriebene Eingabe ("aus jedem Haushalt mindestens eine Unterschrift") gestern an Wittingens Stadtbürgermeister Karl Ridder.

Der wird die schriftlichen Bedenken und Anregungen des Ortes an die Regierungsvertretung Lüneburg weiterleiten. Gleichzeitig wünschte sich Hoppmann, dass "der Rat da noch einmal das eine oder andere rauszieht" – der Stadtrat tagt am Montag und wird sich mit einer Stellungnahme der Stadt zur Vorzugsvariante zu beschäftigen haben. Bislang stehen die städtischen Signale für die von den Planern favorisierte Trasse weitgehend auf Grün. In Glüsingen, Mannhagen und Hahnenberg hofft man, dass sich das noch ändert. Die Gemarkung sei "der von der Planung am stärksten betroffene Ortsteil der Stadt Wittingen und wohl auch im gesamten Landkreis", heißt es einleitend in der Stellungnahme. Die Bedenken, die eine sechsköpfige Arbeitsgruppe zusammengetragen hat und die am Sonntag in einer Dorfversammlung des 240-Einwohner-Ortes vorgestellt und abgesegnet wurden, beziehen sich im Wesentlichen auf fünf Punkte. Erstens der Flächenverbrauch: 30 Hektar würden für die Straßen, Querungen und Anschlussstellen benötigt – Land, das der Landwirtschaft dann fehle. Die "landwirtschaftliche Betroffenheit", das ist der zweite Punkt, sei nach einem Fachbeitrag der Landwirtschaftskammer in Glüsingen besonders hoch. Drittens werden Aspekte des Naturschutzes und der Jagd angeführt – unter anderem werde der Lebensraum des Wilds durchschnitten. Zerschneidungen der Landschaft – Punkt vier – würden "Freizeitgestaltung durch ruhige Erholung" kaum noch ermöglichen. Der fünfte und wesentlichste Punkt ist die prognostizierte Mehrbelastung durch Verkehr (das IK berichtete). Befürchtet wird eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität. Die Glüsinger plädieren für eine A39 östlich von Wittingen. Hoppmann ergänzte gegenüber Ridder: "Wir wollen keinen Unmut im Stadtgebiet und befürworten eine Trasse, die durch Sachsen-Anhalt führt." Dies halte man nach dem Studium der 33 Planungsordner auch "für die wirtschaftlichste Lösung". Erschienen: 22.06.2006: IK / 143 / Seite:3

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