Gesundes Misstrauen...

. . . ist vielleicht nicht so das Ding eines Igels. Während viele andere Tiere sehr aufmerksam verfolgen, was um sie herum geschieht, weil sie entweder etwas fressen oder nicht gefressen werden wollen, schiebt der Igel da eine ruhige Kugel.

Kommt ihm wer zu nahe, macht er eine stachelige Kugel. Und fertig ist der Lack. Wenige Beutegreifer wollen einen Stachelballen schlucken.

Dass das zu zu wenig Scheu führt, konnte Uhlenköper neulich bei einem jungen Igel feststellen. Der latschte umher, nahm probeweise irgendwelche Dinge in den Mund, spuckte sie aus und sah im Großen und Ganzen sehr cool, gelassen und etwas gelangweilt aus. Auch als sich der Uhlenköper vor ihm aufbaute und streng erklärte, dass er mal etwas vorsichtiger sein solle, interessierte das den kleinen Stachelkerl nicht die Bohne. Der guckte nur scheel hoch, spuckte etwas Dreck aus und ignorierte den Uhlenköper geflissentlich. Selbst als der Uhlenköper wild herumfuchtelte und „Buh!“ machte, um dem jungen Tier die Bösartigkeit der Welt vorzumachen, zwinkerte der öde Schnösel gerade mal mit einem Auge.

Tiere sind nicht mehr, was sie einmal waren. Und gerade beim Igel führt diese gewisse Unangreifbarkeit geradezu zu Leichtsinn, Erschlaffen, Gleichgültigkeit und dekadentem Sicherheitsunbewusstsein. Empört ist er, der

Kommentare