Der Geist hilft auf!

Griechenland. Eurokrise. Libyen. Syrien. Und immer noch oder schon wieder die Banken. Um nur einige Unruhepunkte zu nennen. Wie oft habe ich in diesen Tagen einen Stoßseufzer zum Himmel gesandt und gedacht: „Ach, wenn es doch einen Geist gäbe, der uns aufhilft.“

Ergeht es uns wie dem Zauberlehrling, der die Geister, die er rief, aus eigener Kraft nicht mehr los wird? Wie gut, wenn zu unserem Geist, ein anderer Geist hinzutritt, von dem der Apostel Paulus der Gemeinde in Rom schrieb: „Der Geist hilft auf!“ Paulus macht ein Ausrufezeichen dahinter.

Er sagt das so, als wenn schon alles unter uns im Gange ist, als wenn schon in diesem Geist geschieht, was uns aufhelfen könnte. Not lehrt beten, sagt man. Doch welche Not meinen wir? Die eigene? Oder auch die der anderen? Und haben wir noch die Kraft und wissen wir noch, was wir beten sollen, wie es sich vor Gott und Jesus Christus und gegenüber den Menschen gebührt, wenn wir an die Unruhepunkte denken? Ist der Wille zur Verständigung und Hilfsbereitschaft noch ausgeprägt?

Ich muss gestehen: Oft ist mein Geist viel zu ängstlich, zu lichtscheu oder zu sehr mit sich selbst beschäftigt, als dass er die Not anderer noch aufnimmt, begreift und nachempfindet. Erst müsste dieser, meiner zentralen Schwachheit aufgeholfen werden. Doch wer schafft das schon, dass ich so lieben kann, wie ich das eigentlich müsste? Der Geist, den du jetzt noch draußen wähnst, der ist schon da. In dir, meint Paulus und schreibt: „Desgleichen hilft auch der Geist unsrer Schwachheit auf.

Denn wir wissen nicht, was wir beten sollen, wie‘ s sich gebührt; sondern der Geist selbst vertritt uns mit unaussprechlichem Seufzen.“ Morgen ist in unseren Kirchen der Festtag der Trinität. Wir begehen die Dreieinigkeit Gottes. Der eine und selbe Gott zeigt sich uns auf unterschiedliche Weise. Er hat verschiedene Gesichter. Eines davon ist der Geist, der uns aufhilft. Jürgen Truschel ist Pastor in Ruhestand und lebt in Suderburg.

Von Jürgen Truschel

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