Fördermittel-Kürzungen sind der falsche Weg

Die Sommerferien für die Schüler haben begonnen und in den meisten Familien kehrt nach der Zeugnisausgabe langsam Ruhe ein – alles freut sich auf die verdienten Ferien – so sollte das eigentlich sein!

Andererseits gibt es immer mehr junge Menschen, die nach jahrelangen schlechten Zeugnissen, Problemen in ihren Familien bei einem Arbeitsmarkt mit immer höheren Qualifikationsansprüchen für sich keine Zukunft mehr sehen. Wir merken das nicht zuletzt an den zahlreichen mutwilligen und sinnlosen Zerstörungen bei Vandalen-Touren durch unsere Gemeinden, wie beispielsweise in den vergangenen beiden Wochen in Bad Bevensen.

Das ständige Erleben von „Versagen“ und die Aussichtslosigkeit, im normalen Schul- und Ausbildungssystem zu bestehen, tragen sicherlich entscheidend dazu bei, Hass auf unsere Gesellschaft zuzulassen. Ich meine, wir können diese jungen Menschen nicht einfach aufgeben! Wir in der SPD-Bundestagsfraktion fordern daher die Bundesregierung dazu auf, Jugendprogramme wie „Schulverweigerung – Die 2. Chance“ und „Kompetenzagenturen“ zu erhalten und auszubauen.

Beide Programme sind außergewöhnlich erfolgreich, weil es sich um Projekte aufsuchender Sozialarbeit handelt, das heißt, nicht die Jugendlichen müssen zum Amt kommen, sondern wir bringen die Hilfe zu den jungen Leuten. Dadurch ermöglichen wir jungen Menschen einen Schulabschluss oder bringen sie in Job oder Ausbildung. Beide Programme haben gemeinsam fast 400 Standorte in Deutschland und erreichen 40 000 junge Menschen. Bisher ist uns gemeinsam mit den Bildungsträgern und Sozialverbänden nur gelungen, die geplante Einstellung zu verhindern.

Dennoch kürzt die Bundesregierung den Fördermittelbetrag um 13 Millionen Euro pro Jahr. In der Konsequenz bedeutet dies, dass entweder die Anzahl der Standorte oder die Qualität der Arbeit vor Ort gefährdet ist. Länder und Kommunen allein können die drohende Finanzierungslücke nicht auffangen. Die Programme zu kürzen ist schlichtweg der falsche Weg.

Immer noch verlassen jährlich rund 70 000 Schüler die die Schulen ohne Abschluss. Viele junge Menschen benötigen Hilfe beim Übergang von Schule in den Beruf und wir benötigen die jungen Menschen als qualifizierte Arbeitskräfte. Wir fordern die Bundesregierung dazu auf, die geplanten Kürzungen zurückzunehmen. Alle jungen Menschen brauchen eine echte zweite Chance!

Kirsten Lühmann ist SPD-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Celle-Uelzen.

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