Von Woche zu Woche

Flecken muss Farbe bekennen

In der kommenden Woche beginnt das letzte Quartal, die letzten drei Monate des Jahres. Fast drei Monate liegen auch zwischen der letzten öffentliche Ratssitzung in Bad Bodenteich und der nächsten am Montag.

Im Mittelpunkt des Interesses steht nach wie vor die Frage, wie es mit dem Schützenhaus weitergeht. Schon seit dem Frühjahr begleiten die Bodenteicher Nachrichten über Probleme beim Versicherungsschutz aufgrund ellenlanger Mängellisten. Trotzdem hängt man im Kurflecken an dem Gebäude. Selbst die geschätzten Sanierungskosten in Höhe von 1,1 Millionen Euro konnten bisher nicht dauerhaft abschrecken:

Kurzerhand boten mehrere Vereine und Verbände ihre tatkräftige Unterstützung an, um die Kosten zu reduzieren. Ein löblicher Vorsatz, aber ohne konkrete Vorstellungen dahinter. Und je länger das Thema die öffentliche Diskussion beherrschte, ohne dass sich Lösungen abzeichneten, desto mehr wurde man in Bad Bodenteich des Themas überdrüssig – so war es in diversen Gesprächen herauszuhören.

Ohne einen Beschluss ging die Sitzung im Juli zu Ende. Jetzt wird es höchste Zeit für Entscheidungen. Es müssen vielleicht sehr unangenehme sein. Doch zunächst muss es dafür Grundlagen geben: Alternativen, die aufgezeigt werden, sowie die damit verbundenen Vor- und Nachteile. Die Positionen dürfen nicht mehr abhängen von Tradition oder Nostalgie. Dafür sind 1,1 Millionen Euro bei angespannten Haushaltslagen ein eindeutig zu hoher Preis. Es muss vielmehr darum gehen, mit welcher Auslastung, mit welchen Einnahmen und mit welchen Ausgaben zu rechnen ist.

Insofern wird die Sitzung des Rates am Montag sicherlich spannend. Und nicht nur inhaltlich: Genauso spannend wird es sein zu sehen, wie viele Bodenteicher sich vor Ort einen Eindruck vom Stand der Dinge verschaffen wollen. Hat die dreimonatige Pause gereicht, um das „leidige Thema“ doch wieder zu verfolgen? Hat man vielleicht den nötigen Abstand gewonnen, um anders an die Diskussion heranzugehen?

Von Karsten Tenbrink

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