Bad Bevensens Bürgermeister reagiert auf Kritik aus Stadt und Kreistag Uelzen

Feller bezieht Stellung

Bad Bevensen. Solange sich Trassenführung und Abschnittsbildung der geplanten Autobahn 39 nicht ändern, wird Bad Bevensen alles tun, um den Bau der Straße zu verhindern. Das ist die Meinung von Bad Bevensens Bürgermeister Martin Feller (Grüne) – aber eben nicht nur seine.

„Dieser Beschluss wurde fraktionsübergreifend noch im alten Stadtrat gefasst“, stellt Martin Feller klar.

In den vergangenen Wochen blies dem grünen Politiker ordentlich Gegenwind entgegen – und zwar nicht nur im Punkt A 39, sondern aus mehreren Richtungen und auf verschiedenen Schaupläzen. Grund genug, nun öffentlich Stellung zu beziehen.

Zur Erinnerung: Bad Bevensens Bürgermeister hatte in einem Interview mit der AZ über die Zukunft des Landkreises Uelzen gesprochen und dabei die Stellung Bad Bevensens und die Bedeutung erneuerbarer Energien besonders herausgestellt. Diese Äußerungen brachten das Blut von Uelzens Bürgermeister Otto Lukat in Wallung. Er vermisste unter anderem bei den ökologisch geprägten Visionen den Hinweis auf die wirtschaftliche Stärke Uelzens. Denn ohne diese, wären zukünftige – auch ökologische – Entwicklungen des Landkreises nicht möglich. Die Stadt Uelzen sei das Zentrum für Industrie, Handel, Gewerbe und Dienstleistung der Region, darum forderte Lukat auch, dass Uelzen bei Gesprächen über die Region mit einbezogen werde.

Hinsichtlich letzterem Kritikpunkt konnten inzwischen die Wogen etwas geglättet werden – Lukat und Feller werden sich an einen Tisch setzen. Zudem stellt Bad Bevensens Bürgermeister klar: „Keiner will Uelzen die Wichtigkeit absprechen. Uelzen wird nicht in Frage gestellt, natürlich müssen wir in Bad Bevensen aber im Blick haben, was unser Potenzial ist. Darum habe ich das besonders betont. Als grüner Politiker und als Bürgermeister spreche ich mich darum dafür aus, unsere Natur zu erhalten. Sie ist unser größter Schatz, der auch Urlauber anziehen wird und damit unseren Tourismus stärkt.“

Beim Thema A 39 rief Feller mit seiner Ablehnung der aktuellen Planung mehrere Kritiker auf den Plan. Zum einen wiederholt Otto Lukat (SPD), dass er die Autobahn für unabdingbar für den Wirtschaftsstandort Uelzen hält. Und auch Claus-Dieter Reese schlug kritische Töne an: Der Sprecher der Kreistagsgruppe aus CDU/FDP/RRP appellierte hinsichtlich der A 39 an die Solidarität Fellers. Immerhin hätte der Kreistag mehrheitlich de Förderung einer „Sole- und Salzwelt“ für Bad Bevensen unterstützt. Da erwarte die Gruppe auch Zugeständnisse Fellers, der ebenfalls im Kreistag sitzt. „Bürgermeister Feller kann nicht einseitig immer wieder hohe Investitionen des Kreises für die Kurstadt Bad Bevensen fordern, umgekehrt aber die A 39, ein wichtiges Infrastrukturprojekt für den gesamten Landkreis, ablehnen“, sagte Reese (AZ berichtete). Zudem würde die Kurstadt von einer besseren Erreichbarkeit profitieren. Martin Feller reagiert auf Reeses Vorwürfe mit Unverständnis: „Es ist absurd, dass die Förderung der Salzlandschaft mit der A 39 verknüpft wird. Das hat nichts mit Solidarität zu tun.“

Von Wiebke Brütt

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