A 39-Informationsabend in der Wittinger Stadthalle: Lärmschutz offiziell kaum nötig

Eutzener Kritik an zweiter Abfahrt

Wittingen. 12 Meter breite Fahrbahnen, ein 4 Meter breiter Mittelstreifen, inklusive Bankett eine Gesamtbreite von 31 Metern: Für die Bürger aus Wittingen und seinen Dörfern ergibt sich jetzt ein immer detaillierteres Bild der A 39, wie sie einmal aussehen soll.

Dafür hat der Informationsabend der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr gesorgt, den am Dienstagabend rund 140 Zuhörer in der Stadthalle verfolgten. Im Fokus standen die Abschnitte 5 (Bad Bodenteich-B 244) und 6 (B 244-Ehra) der knapp 100 Kilometer langen Neubautrasse.

Die führenden Köpfe der Planung waren allesamt nach Wittingen gekommen: der Lüneburger Behördenchef Dirk Möller und seine Stellvertreterin Anette Padberg sowie der Wolfenbütteler Chefplaner Bernd Mühlnickel mit seinem Stellvertreter Michael Peuke. Mitgebracht hatten sie zudem ein gutes Dutzend Planer aus Behörden und Planungsbüros. Stadtbürgermeister Karl Ridder bat zum Auftakt Gegner wie Befürworter, sich mit generellen Pro- und Contra-Statements zurückzuhalten und auf Fragen zu beschränken – was dann nicht immer, aber meistens auch klappte.

Zu den Schwerpunkten des Abends gehörte noch einmal die Neutrassierung zwischen Darrigsdorf und Mannhagen wegen der Vogel-Azurjungfer. Das Vorkommen der seltenen Libellenart im Ziegeleigraben bezeichneten die Planer als „eins der wenigen in ganz Niedersachsen“. Es werde bei der neuen Linienführung, die um etwa 100 Meter dichter an Glüsingen liegt als zunächst geplant, bleiben – auch wenn die Libelle dort zwischenzeitlich verschwinden sollte.

Der Wittinger Stadtpolitiker Walter Schulze (CDU) wollte wissen, warum die seltene Art erst so spät im Planungsprozess gefunden wurde, und ob „wir mit noch mehr Tieren dieser Art rechnen müssen“. Antwort: Erst ab 2009 habe es systematische Untersuchungen gegeben, und dass nun noch etwas gefunden werde, könne man „nie ganz ausschließen“.

Glüsingens Ortsvorsteher Uwe Hoppmann wollte wissen, warum es durch die neue Variante zu Mehrkosten von 1,9 Millionen Euro kommt. Dies, so erfuhr er, habe mit den komplexen Richtlinien für die Entwässerung zu tun, was wiederum andere Neigungswinkel der Fahrbahn, zusätzliche Regenrückhaltebecken und einiges mehr nach sich ziehe.

Nach Angaben der Planer werden bei der Lärmbelastung fast überall die geltenden Grenzwerte eingehalten. Bei Stackmannsmühle allerdings werde „Lärmschutz ein Thema sein“, hieß es. Manfred Michel vom BUND monierte, dass bei der Berechnung der Lärmbelastung mit gemittelten Werten gerechnet werde – relevant für das menschliche Empfinden seien die Lärmspitzen.

Von einem Eutzener Bürger kam Kritik an der zweiten Abfahrt an seinem Ort: „Autobahnen sind keine Teilumgehungen“, sagte er mit Blick auf die beabsichtigte Entlastungsfunktion für Wittingen. Die Frage, wann die Feinstaub-Belastung an der Autobahn errechnet werde, beantwortete Peuke so: „Am Ende der Planung.“

Die komplette Präsentation mit 130 Folien, die am Dienstagabend gezeigt wurde, kann unter www.strassenbau.niedersachsen.de heruntergeladen werden.

Von Holger Boden

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