Ernsthafte Sorgen. . .

. . .macht sich unser Mann schon lange um die Qualität des Fernsehprogramms. Und er redet mal nur vom abendlichen, denn das tagsüber kann er nicht beurteilen – da sitzt er nämlich fleißig am Schreibtisch und arbeitet.

Das, was er über das Nachmittagsprogramm so lesen kann, das reicht im auch schon. Da entbrennen Stürme der Liebe oder blühen rote Rosen, es geht um schöne und reiche Menschen (das eine impliziert nämlich nicht das andere) oder um konstruierte Auseinandersetzungen vor Gericht mit grauenhaften Schauspielern und Seelen-Striptease in Talkshows, die die Grenze des guten Geschmacks längst überschritten haben. Abends sieht es aber auch nicht viel besser aus. Will Uhlenköper sich zum Feierabend ein wenig vor der Glotze zerstreuen, hat er die Wahl zwischen Mord und Totschlag, Leichenschau und Naturkatastrophe. Nein, danke, kann er da nur sagen. Und weil unterhaltsame Filme oder so gut gemachte Reportagen wie sie die BBC hin und wieder mal ausstrahlt, rar sind, ist er schon lange dazu übergegangen, lieber mal Abendspaziergänge zu machen, in Zeitungen und netten Zeitschriften zu schmökern oder einfach auch mal bei etwas Musik gar nichts zu machen oder ein bisschen vor sich hin zu puzzeln. Das ist allemal entspannender und weniger frustrierend als Fernsehen, findet der Uhlenköper.

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