In Erklärungsnot…

.  .  . geriet jüngst Frau Uhlenköper, als sie Besuch von Freunden mit deren dreijähriger Tochter bekam.

Dem Nachwuchs – Schokoladenschnute, blond und zuckersüß – gelang es nämlich mit seinem unbedarften, kindlichen Hinterfragen, der Dame des Hauses einige Male die Schweißperlen auf die Stirn zu treiben. Zunächst in der Küche: Während die Großen im Wohnzimmer klönen, holt Frau Uhlenköper den Zwiebelkuchen aus dem Ofen, immer dicht auf den Fersen: der kleine Blondschopf. Und gerade in dem Moment, in dem ihre Mutter zur Tür reinkommt und Hilfe anbieten will, wendet sich die Kleine an Frau Uhlenköper und fragt sie rundheraus: „Du-hu, wie viele Männer hast du eigentlich?“ Die Mutter der Dreijährigen prustet los. „Äh, äh. . . Wieso? Nur einen. . . “, stammelt Frau Uhlenköper unsouverän. Und ist froh, dass nicht gleich das sonst so obligatorische „Warum?“ aus dem Kind herausplatzt. Der nächste Klopfer folgt wenige Minuten später. Man sitzt am Tisch, knuspert das Backwerk vom Blech und trinkt Wein, da tönt es schrill vom Sofa: „Was ist das denn?!“ Die Dreijährige hält mit spitzen Fingern einen gepunkteten Schlips in die Höhe. Ihre Mutter wird als Erste rot: „Nicht da in den Sofaritzen herumfummeln!“ ermahnt sie das Kind. Dann wird Frau Uhlenköper rot: „Es ist nicht so, wie ihr denkt. . . “, stammelt sie – offensichtlich unter Verdacht stehend, Sündiges auf der Couch getrieben zu haben. Womöglich mit einem ihrer zahllosen Männer. . . ! Unter großem Gelächter folgt die Aufklärung: Nach Feierabend hatte er irgendwann einfach mal seine Krawatte aufs Sofa geschmissen und sie dort vergessen. Stimmt wirklich, versicherte amüsiert der.

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