Die Wochenrevue von Jörn Nolting

Am Ende zählen wohl die Sachargumente

Die Fusionen der Samtgemeinden Bodenteich und Wrestedt sowie Altes Amt Ebstorf und Bevensen sind vollzogen und befinden sich momentan in der Phase der Umsetzung. Doch schon jetzt – nach gerade mal drei Monaten – wird hier und da die erste Kritik laut. Nicht etwa an den beiden Fusionen an sich, sondern vor allem an den Rathäusern und Bürgerbüros.

In der ehemaligen Samtgemeinde Bodenteich beispielsweise spielt das Rathaus eine große Rolle. Und natürlich lässt sich die Diskussion emotional, aber eben auch sachlich führen. Rein sachliche Argumente lassen sich besser finden, wenn der Betrachter den Blick von außen hat. Denn dann zählen in erster Linie die nackten Zahlen und es stellt sich schnell die Frage nach Unterhaltungs- oder gar Sanierungskosten. Und das eben mit der Auflage der Samtgemeinde, möglichst viel Geld zu sparen.

Der logische Schluss: Warum nicht in ein anderes, preiswerteres Gebäude umziehen? Doch gibt es eben auch die emotionalen Argumente, die sich eben nicht mit Zahlen belegen lassen. Bad Bodenteich ist der Kernort mit 3800 Einwohnern und einer Vielzahl von Vereinen. Und gerade die ältere Bevölkerung wünscht sich Ansprechpartner vor Ort, die zwar auch im Bürgerbüro gegeben sind, aber die Gewohnheit führt die Einwohner ins Rathaus. Außerdem war den Bad Bodenteichern ihr Rathaus immer wichtig und der Erhalt eine Bedingung für das Zustandekommen der Fusion.

Doch sind damit die Sanierungsarbeiten gerechtfertigt? Natürlich fällt es schwer, von heute auf morgen zu realisieren, dass es nicht mehr Wrestedt und Bodenteich gibt, sondern eben nur noch Aue. Und es wird noch ein langer Prozess werden, aus den beiden Kommunen eine zu machen, siehe die Deutsche Einheit im Großen. Doch die finanziellen Einschnitte wurden im Vorfeld in Kauf genommen, denn schließlich gibt es dafür viel Geld vom Land Niedersachsen. Und gerade dort werden emotionale Argumente wohl weniger zählen als sachliche.

joern.nolting@cbeckers.de

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