Der Uhlenköper

Das Ende...

...ist bedrohlich nahe. Uhlenköpers Junior ist die Nervosität anzumerken. Sie wächst von Tag zu Tag. Mittlerweile erhebt er sich schon um elf Uhr aus dem Bett, um schon mal gewappnet zu sein für den Tag der Tage, den er so fürchtet. Ansonsten laufen die Vorbereitungen für den Tag X, der für ihn den GAU bedeutet, eher schleppend an.

Verdrängung ist eine ganz wichtige Methode, um die psychische Belastung zu verarbeiten. Immer größer wird der Berg, vor dem man machtlos steht – es ist völlig klar, dass man ihn nicht bezwingen kann. Doch er wird von Tag zu Tag höher, entsprechend wächst die Last. Wird der 14-Jährige angesprochen auf das Thema, lässt er sofort die „Schotten“ runter und macht dicht. Er will davon nichts hören, nichts lesen, nichts wissen – vom ersten Schultag nach den Sommerferien. Aber nächsten Donnerstag ist es nun einmal soweit, dann muss der Wecker wieder gestellt werden. 35 Mitschüler berichten über ihre tollen Sommerferien, sich da rauszuhalten, um nicht gleich als „Sabbelkopf“ bei den neuen Lehrern gebrandmarkt zu sein, ist schwer genug. Heute aber, am Sonnabend – da gibt es die erste ganz harte Bewährungsprobe. Da wird Junior morgens um neun Uhr aufstehen, um mit den Eltern in der Stadt die Schulbücher zu kaufen. Keines Blickes wird er Schriftwerke würdigen, stattdessen sie ganz schnell im Schrank verschwinden lassen. War das bei ihm alles wirklich auch so, grübelt da Uhlenköper.

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