Einwendungen, Einwendungen, Einwendungen…

ge Bad Bodenteich. "Sinnlos", "nutzlos", "Schwachsinn", " sehe keinen wirtschaftlicher Nutzen", "neue Arbeitsplätze? Nein!", "Landschaft wird zerstört", "Bedürfnisse der Menschen nicht berücksichtigt" … – "wir verlieren viel, und was gewinnen wir?

Nichts!", fasste Eva Gresky aus Langenbrügge kurz und treffend die geäußerten Meinungen der rund 40 Bürger aus der Samtgemeinde Bodenteich und dem Wittinger Raum zusammen; und die Konsequenz daraus: " Wir sind gegen diese Autobahn A 39", sieht sie gute Chancen, das "Prestigeprojekt der Politiker doch noch zu kippen". Wie das geschehen kann? Mit kreativem Widerstand, Aufklärung, Information und gegen das große Schweigen der Bürger angehen. Vor allem aber mit Einwendungen, Einwendungen, Einwendungen, die im jetzt angelaufenen Raumordnungsverfahren gegen übrigens alle Varianten möglich sind, machten – wie schon in Uelzen – auch Urte Eilers aus Röhrsen und Karin von Lenthe aus Wrestedt als Sprecherinnen der "Bürgerinitiative südlicher Landkreis gegen die A 39" auf der Sitzung im "Just for fun" noch einmal deutlich. Das sei die einzige Chance, dem Protest Ausdruck zu verleihen. Und dabei sei auch die ganze Bandbreite der Möglichkeiten von Einwendungen ( Blick auf die Region, Wertverlust von Immobilien, Verlärmung, Feinstaub, Tourismus, Landwirtschaft, Beregnung, Schulwege, Lebensqualität, und, und und…) zu nutzen. Genutzt wurde an diesem Abend – und das gab ihm zusätzliche und besonderer Würze – auch die Möglichkeit, Bad Bodenteichs Bürgermeister Claus-Dieter Reese Fragen zu stellen. Der hatte zufällig eine Fraktionssitzung im gleichen Hause, wurde, als er aus der Sitzung herauskam, zum Gespräch eingeladen wurde – und nahm das auch an. Dabei prallten die gegensätzlichen Standpunkte, hier die Gegner der Autobahn, dort mit Reese ein Befürworter, aufeinander, wobei Reese keinen Hehl daraus machte, dass ihn die vorgelegte Vorzugsvariante "überrascht" habe, er für eine östliche Variante plädiert (siehe Bericht oben). Aber was eine von ihm durch eine Autobahn erhoffte Entlastung des Schwerlastverkehrs (Mautflüchtlinge) im Ortskern des Fleckens betrifft, die bessere Erschließung der Region auch für Wirtschaft und Tourismus, stachen diese Argumente für die Gegner nicht, wogen schon gar nicht die von ihnen konstatierten Nachteile auf, sahen die Autobahngegner vielmehr den Status "Bad" den Bach runtergehen. Nein, diese Autobahn sei absolut falsch und unsinnig und überflüssig. Und: "Wir Autobahngegner werden von Tag zu Tag mehr", gab sich Urte Eilers optimistisch, denn vielen werde jetzt allmählich bewusst, was eine Autobahn vor ihrer Haustür bedeuten könne. Und schließlich gäbe es doch eine Alternative: den vernünftigen Ausbau der B 4 nämlich. Erschienen: 07.04.2006: AZ / 83 / Seite:14

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