Eine Abfahrt oder zwei?

Die Bahnbrücke zwischen Glüsingen und Eutzen: Etwas südlich von hier wünscht sich Wittingen die A39-Anschlussstelle einer noch zu bauenden Südumgehung. Foto: Boden

Von Holger Boden Wittingen/Hankensbüttel. Um Details zum Verlauf der A39 im Isenhagener Land geht es heute beim so genannten "Scoping-Termin" in der Wittinger Stadthalle. Die Wolfenbütteler Straßenbaubehörde wird dabei mit Vertretern der Kommunen unter anderem über die Frage diskutieren, wie die Autobahn im Wittinger Raum an das bestehende Straßennetz angebunden wird.

Dabei ist die Haltung der Stadt klar – offen ist nur, ob sie durchsetzbar ist. Wittingen favorisiert eine Anschlussstelle unweit der Eisenbahnbrücke zwischen Glüsingen und Eutzen. Wer dort die Abfahrt nimmt, soll direkt auf die – noch zu bauende – Wittinger Südumgehung fahren.

In Richtung Osten könnte diese bis zur heutigen B244 zwischen Wittingen und Suderwittingen führen, vielleicht sogar bis zur L282 Richtung Waddekath, vielleicht aber auch nur bis zur Landesstraße nach Eutzen. Das, und die Frage, ob diese Umgehung überhaupt gebaut wird, hängt freilich vor allem von der Finanzierung ab.

In Richtung Westen könnte diese Umgehung sich an die OHE-Trasse annähern und daran entlang zum Hafen und bis nach Hankensbüttel führen – eine Variante, auf die man auch im Luftkurort hofft, denn auf diese Weise wäre eine Umfahrung für Alt-Isenhagen geschaffen.

Das ist das Hauptanliegen der Politiker in Wittingen und Hankensbüttel: Man will verhindern, dass der von der Autobahn abfließende Verkehr geballt durch Orte wie Glüsingen oder Alt-Isenhagen rollen muss. Mit Grausen denkt mancher der Verantwortlichen auch an die Staus, die bei geschlossener Bahnschranke in Wittingen entstehen könnten.

Für Stadtbürgermeister Karl Ridder ist auch wichtig, dass nur eine und nicht zwei Anschlussstellen (B244 bei Mannhagen und L286 bei Eutzen) gebaut werden – dies sei mit Blick auf Flächenverbrauch und Lärmschutz zu fordern, und entsprechende Rückmeldungen seien auch aus Glüsingen oder Eutzen gekommen.

Größtes Problem: Das vor Ort gewünschte Szenario setzt voraus, dass die Südumgehung zeitgleich mit der A39 gebaut wird, denn sonst läuft die Autobahnabfahrt auf der grünen Wiese ins Leere. Ob das realistisch ist? "Das kann ich nicht sagen", meint Ridder.

Auch Hankensbüttels Gemeindedirektor Heinz Gödecke weiß: "Es ist fraglich, ob der Bund das finanziert. Wir können nur ‘bitte‘ sagen." Im Zuge der Umgehung müsste schließlich auch eine neue Kanal-Querung geschaffen werden. Laut Gödecke ist seitens der Planer bisher auch nicht ausgeschlossen worden, dass eine Umgehung für Alt-Isenhagen noch westlich des Kanals wieder auf die bestehende B244 führt.

Neben vielen weiteren Details dürfte es heute auch um den Standort einer Autobahnraststätte gehen. Die soll bekanntlich zwischen Wittingen und Ehra ihren Platz bekommen. Ein neuer Planungsstand war in Wolfenbüttel gestern noch nicht zu erfahren.

Erschienen: 29.04.2009: IK / TZ / Seite:3

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