Ebstorfer Bauausschuss verschiebt erneut Entscheidung

Die Zukunft der Wiesenseebrücke: Eine Brücke entzweit 

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Momentan nur ein tristes Holzskelett: Die Wiesenseebrücke in Ebstorf müsste dringend saniert werden, doch die Entscheidung der Politik steht dazu noch immer aus.

Ebstorf. Seit über einem Jahr debattiert die Ebstorfer Politik über die Zukunft der baufälligen Wiesenseebrücke im Ort. Ob diese erneuert oder doch abgerissen wird, steht vorerst weiter in den Sternen.

Der Bauausschuss des Klosterfleckens hat jetzt den Vorschlag der Verwaltung abgelehnt, zumindest mit den Planungen für einen Brückenneubau zu beginnen.

„Die Beratungen kosten uns Zeit und Geld. Und die Bürger bringen dafür bald kein Verständnis mehr auf“, sagt Ebstorfs Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf auf AZ-Nachfrage. Insgesamt sei das Thema schon drei- bis fünfmal im Bauausschuss behandelt worden. Auch der Verwaltungsausschuss und eine interfraktionelle Sitzung hätten sich damit beschäftigt. Die Krux ist laut Oelstorf, dass sich der Rat nicht sicher sei, ob die Bürger überhaupt eine sanierte Wiesenseebrücke haben wollen oder nicht. „Die hohen Kosten schrecken Teile des Rats ab“, sagt Oelstorf. Er glaube aber, dass sich die Politik am Ende zu einem Erhalt der Wiesenseebrücke durchringen werde.

Vom Schicksal dieser Brücke hängt auch die Zukunft der Schwienaubrücke ab. Bei ihr muss der Trog, der als Abfluss des Oberflächenwassers des Baugebiets in den Wiesensee dient, erneuert werden. Die Sanierung wird mit 60 000 Euro veranschlagt. Arbeiten an der Schwienaubrücke würden aber nur dann Sinn machen, wenn gleichzeitig klar sei, was mit der Wiesenseebrücke geschieht, so Oelstorf.

Entscheiden sollte sich der Bauausschuss zwischen zwei Varianten: dem Wiederaufbau der Wiesenseebrücke komplett aus Holz für rund 245 000 Euro oder in einer Konstruktion mit Stahl als tragendem Element für geschätzte 275 000 Euro. Für die favorisierte Variante hätte dann ein Planer für etwa 30 000 Euro beauftragt werden können.

Die SPD sprach sich im Bauausschuss für die Stahlträger-Variante aus. „Wir müssen jetzt entscheiden. Jede weitere Verzögerung wird uns nur zusätzliches Geld kosten“, meinte Tekin Aras. Das Gebiet sei ein wichtiges Naherholungsziel. „Es gibt wichtigere Projekte, etwa die Sanierung der Stadionstraße“, sagte Bauausschussvorsitzender Rolf-Dieter Lüllau (UWG). Solange es keine Förderung für eine neue Wiesenseebrücke gebe, könne das Projekt nicht gestartet werden. Insgesamt gebe es in Ebstorf einen Investitionsstau.

Von Lars Lohmann

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