Wer zahlt für den Krippenplatz?

Ebstorf - Von Wiebke Brütt. Wird im kommenden Frühjahr eine dritte Krippengruppe in Ebstorf eröffnet? Diese Frage stellen sich derzeit Politik und Verwaltung des Klosterfleckens Ebstorf. Denn Platz für weitere Kinder gäbe es in der neu gebauten Kindertageseinrichtung genug. Rund 15 Sprösslinge könnten in der Krippe noch betreut werden. Einzig die Finanzierung sorgt bislang für Unmut.

Da die Krippe allein durch Ebstorfer Kinder nicht ausgelastet ist, hat der Rat beschlossen, grundsätzlich auch gemeindefremden Kindern den Zugang zur Krippe zu ermöglichen. „Wir nehmen gerne jedes Kind auf, aber die Kostenfrage muss geklärt sein“, erklärt Ebstorfs Bürgermeister Uwe Beecken. Doch genau daran harkt es nach Meinung des Ebstorfers. „Aus meiner Sicht kann es nicht sein, dass Ebstorfer Steuerzahler für die Kinder aus anderen Gemeinden zahlen.“ Genau nach diesem Modell sieht es derzeit aber aus. Denn die anderen vier Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Altes Amt Ebstorf wollen sich derzeit aber nicht an den Gemeindebeiträgen, die für jeden Krippenplatz aufgewendet werden müssen, beteiligen – schließlich müssen die Gemeinden rein rechtlich erst 2013

Krippenplätze vorhalten. Im Umkehrschluss bedeutet das wiederum, dass die Zahlung dieses Anteils an Ebstorf hängen bleibt – egal, ob es sich um Kinder aus dem Klosterflecken oder eben aus anderen Gemeinden der Samtgemeinde handelt. „Der Gemeindeanteil beträgt inzwischen 60 Prozent der Gesamtkosten“, erklärt Beecken das Kostenausmaß. „Das Verhalten der anderen Gemeinden ist nicht in Ordnung. Das ist einfach unsolidarisch“

Derzeit werden 30 Kinder in der Einrichtung betreut, die im April dieses Jahres eröffnet wurde. Platz wäre für 45 Kinder. Um die Kosten für den Flecken so gering wie möglich zu halten, sind derzeit nur zwei der drei geplanten Gruppen in Betrieb. Diese beiden Gruppen sind voll ausgelastet.

Für das kommende Jahr liegen der Verwaltung zum April acht Anfragen von Eltern aus Ebstorf und sechs von Familien vor, die außerhalb des Klosterfleckens wohnen – theoretisch würde die Einrichtung einer dritten Gruppe also zum 1. April sinnvoll sein.

Das Thema wird in den Fraktionen nochmals beraten, bevor der Ausschuss für Familie, Freizeit und Kultur des Klosterfleckens dann am Mittwoch, 16. Februar, tagt. Danach werden die Kosten nochmals im Verwaltungsausschuss und im Rat Thema sein. Beecken: „Ich persönlich halte die momentane Situation für untragbar.“

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