Isegrim auffällig häufig bei Wriedel gesichtet

Wolf reißt sieben Lämmer in Bode

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Vermutlich dieser Wolf hat am Montagabend in Bode sieben Lämmer getötet - hier eine Aufnahme von einer früheren Sichtung.

Bode. Ein Wolf hat am Montagabend auf einer Weide in der kleinen Ortschaft Bode bei Wriedel sieben Lämmer getötet. Vier der jungen Heidschnucken schleppte das Raubtier davon, die anderen drei ließ es tot zurück.

Der Besitzer der Lämmer, Jürgen Buhr, hatte den Wolf bereits gegen 18 Uhr in der Nähe der Weide gesehen, um 20 Uhr konnte dann seine Schwester Caroline Benhöfer-Buhr beobachten, wie Isegrim seine Beute tötete und davontrug.

Der Wolf sei schon seit längerem in der Nähe des 60-Einwohner-Ortes gesichtet worden und auch schon mal in Hofeinfahrten oder in der Nähe von Scheunen herumgelaufen. Jürgen Buhr vermutet angesichts der Vielzahl der getöteten Lämmer durch nur einen Wolf, dass es sich bei dem Räuber um eine Wolfsmutter handeln muss, die ihre Welpen groß zieht - möglicherweise ganz in der Nähe des Ortes Bode.

Der Schafhalter hat sein Knotengitter, das die Schafweide umgibt, jetzt mit einem Elektrozaun verstärkt. Ob das den Wolf wirklich abschreckt, das weiß er nicht. Eines aber weiß er: „Wenn der noch mal kommt, dann schaff’ ich die Schafe ab.“ Er könne nicht tausende Euro in Umzäunungen investieren. Erstens habe er das Geld dafür gar nicht, zweitens seien die rund 30 Schnucken den Aufwand gar nicht wert.

Vielmehr fordert Buhr, dass ihn das Land entschädigt. Und noch etwas fordert er: „Der Wolf sollte nicht nur ins Jagdrecht aufgenommen werden, sondern er sollte als ungeschütztes Tier geführt werden“, so Buhr. Damit dürften nicht nur Jäger ihn schießen, sondern sich im Ernstfall die gesamte Gesellschaft gegen ihn verteidigen.

Buhr hat gemeinsam mit dem Forstingenieur und Wolfsberater Theo Grüntjens Spuren gesichert, zurzeit wird eine DNA-Analyse erstellt, die nähere Informationen über den Wolf erbringen soll. Unterdessen müssen Buhrs Schwester Caroline Benhöfer-Buhr und sein Nachbar Carsten Lichte ihr erstes unmittelbares Erlebnis mit dem Raubtier noch verdauen.

Von Ines Bräutigam

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