Landesamt prüft Entlassung der Gruben bei Brambostel und Bohlsen aus dem Bergrecht

Was wird aus den Bohrschlammdeponien?

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Biotop unmittelbar unterhalb der Bohrschlammdeponie Schmarbeck bei Brambostel. Das Landesbergamt prüft die Entlassung aus dem Bergrecht.

stk Brambostel. Was sagt die zuständige Aufsichtsbehörde zur Schadstoffbelastung aus den Bohrschlammdeponien, die im Zuge der Erdgasförderung im Landkreis Uelzen angelegt wurden? Über zwei Wochen benötigte das Landesbergamt zur Beantwortung der AZ-Anfrage.

Die beiden Deoponien bei Brambostel und Bohlsen befinden sich in der sogenannten Nachsorgephase. „Zurzeit wird anhand von Kriterien der Deponieverordnung (DepV) geprüft, ob die Bergaufsicht über die beiden Standorte beendet werden kann“, teilt Pressesprecher Andreas Beuge mit.

Derzeit werde regelmäßig das Grundwasser auf Schadstoffe untersucht. Kriterien sind unter anderem Kohlenwasserstoffe, Salze und andere Schadstoffanteile wie etwa Quecksilber. „Sollte sich im Rahmen der Überprüfung herausstellen, dass weitere Sicherungsmaßnahmen oder sogar ein gesamter Rückbau notwendig ist, so wird das Landesbergamt dies anordnen.“

In der Schlammgrube Bohlsen der Wintershall AG wurden von 1969 bis 2006 insgesamt 69 800 Kubikmeter Bohrspülung in fünf Kammern eingelagert. In der Schlammgrube Schmarbeck bei Wriedel, die heute zu ExxonMobil gehört, wurden zwischen 1974 und 1981 90 000 Kubikmeter Bohrspülung deponiert. Sie enthielt laut Beuge 60 bis 95 Prozent Wasser und fünf bis 15 Prozent kleingemahlenes Gestein, Bohrklein genannt. Zudem können Stärke, Schwerspat, Kreide, Ton, Natronlauge und Polymere in kleinen Mengen enthalten sein. Beide Deponien sind gegen Regen abgedichtet. Das Material in Bohlsen wurde nach Wintershall-Angaben zudem mit Zement gesichert.

Seitdem bekannt wurde, dass sich im Niedersachsen noch Hunderte weiterer Gruben befinden, die auch Quecksilber enthalten könnten, haben Umwelt- und Wirtschaftsministerium sowie Landesbergamt eine Arbeitgruppe gebildet, die nicht mehr unter Bergaufsicht stehende Bohr- und Ölschlammgruben erfasst. Dabei arbeitet diese mit den Unternehmen und den Landkreisen zusammen, die für die nicht mehr unter Bergaufsicht stehenden Schlammgruben zuständig sind.

Laut Landkreis Uelzen sind über das Kreisgebiet elf kleinere Bohrschlammgruben verstreut (AZ berichtete). Sie befinden sich in der Regel in der Nähe der Bohrlöcher.

Von Gerhard Sternitzke

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