FBE und UWE legen Positionspapier für den Klosterflecken Ebstorf vor

Wipfelweg: Kleine Variante prüfen

Fünf Millionen teuer und derzeit ins Stocken geraten: Der Baumkronenpfad hoch über den Wipfeln des Ebstorfer Arndbergs, der so aussehen könnte wie in Harnich. Foto: dpa

Ebstorf. „Ich persönlich bezweifle, dass der Ort Ebstorf für eine solche Dimension ausgerichtet ist“, erklärt Heiko Senking (UWE). Ziel seiner mahnenden Worte ist der im Klosterflecken geplante Waldweltenweg hoch über den Baumkronen des Ebstorfer Arndbergs.

Grundsätzlich hält die Gruppe aus FBE (freie Bürgerliste Ebstorf) und UWE (Unabhängige Wählergemeinschaft Ebstorf), deren Sprecher Senking ist, allerdings an dem Projekt Baumkronenpfad fest – so verkündet die Mehrheitsgruppe im Ebstorfer Rat es in ihrem Strategiepapier.

Zehn Ziele haben sich die Politiker für die kommenden zehn Jahre gesteckt. Eines betrifft eben das rund fünf Millionen teure und derzeit ins Stocken geratene Projekt in schwindelerregender Höhe (die AZ berichtete). „Wir könnten uns eine kleinere Variante sehr gut vorstellen“, berichtet Senking. „Ein Aussichtsturm wird favorisiert. Mit dem Aussichtsturm könnte man die Brandüberwachung der neuesten technischen Generation mit ins Boot holen, weiterhin kann man mit Netzanbietern über eine Verbesserung der Internetfähigkeit mit Hilfe des Turmes sprechen und die Einbeziehung in die Wege (Auferstehung und Schöpfung sowie Inspirationsweg) wäre denkbar.“ Außerdem würde eine solche Lösung dem von der Gruppe angestrebten „Sanftem Tourismus“ des Klosterfleckens näher kommen. Grundsätzlich hätten sich FBE und UWE die Erhaltung der Natur auf die Fahne geschrieben – eine Absicht, die mit einer Baumaßnahme im Wald, wie es ein touristisches Projekt von der Größenordnung eines Baumkronenpfades wäre, schwer zu vereinbaren ist.

Abgeklärt werden müsse jedoch, ob auch die kleinere Variante förderfähig ist. Senking: „Wir haben Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf gebeten, dass zu klären.“ Für den per Machbarkeitsstudie bereits als wirtschaftlich und umsetzbar erklärten Entwurf eines Baumkronenpfades wurden gerade wieder Hoffnungen auf Zuschüsse geweckt. Ein privater Investor steht der Gemeinde, die sich angesichts klammer Kassen an der Umsetzung des Pfades finanziell nicht beteiligen will, jedoch noch immer nicht bereit.

Als konkretes Nah-Ziel haben die Wählergemeinschaften das Zentrum des Ortes vorgenommen: Zusammen mit der Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) wollen sie Aktionen in der Lüneburgerstraße starten. Zudem soll unter anderem ein Schwerpunkt auf der Erschließung von Wohnraum liegen – allerdings nicht durch die Ausweisung weiterer Neubaugebiete, sondern durch Verdichtung im Inneren des Ortes. Senking: „Wir wissen, wer wir in Ebstorf sind und wollen das auch so weiter ausbauen. Der Klosterflecken Ebstorf bekennt sich weiterhin zu seinem ländlichen Charakter ohne Ambitionen Stadtrechte oder ähnliches einzufordern.“

Von Wiebke Brütt

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