Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft sagt Traditionsveranstaltung ab / Adventskalender bleibt

Winkelplatz ohne Weihnachtsmarkt

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Der Weihnachtsmarkt auf dem Winkelplatz fällt aus. Der wirtschaftliche Adventskalender wird aber wie im vergangenen Jahr vorbereitet und auch der Bürgerweihnachtsbaum wird wieder auf dem Rathausplatz aufgestellt und die Kerzen des Adventskranzes werden auf dem Winkelplatz angezündet.

Ebstorf. „Der Weihnachtsmarkt ist nicht gewollt“, sagt Erhard Peters, Vorsitzender der Ebstorfer Wirtschaftsgemeinschaft (EWG), und macht aus seiner Enttäuschung keinen Hehl.

Seit den 70er Jahren richtet die Ebstorfer Wirtschaft den festlichen Markt für die Gemeinde aus – 2013 nicht; und zwar wegen mangelndem Interesse der Veranstalter.

Während die EWG-Mitglieder in ihrer außerordentlichen Versammlung Anfang Oktober noch geschlossen beteuerten, am Traditionsmarkt festhalten zu wollen, meldet vier Wochen später nur ein Mitglied eine Bude für den Weihnachtsmarkt an. In den vergangenen Jahren wurde jeweils die Hälfte der elf Buden, die für 30 Euro für die Zeit des Weihnachtsmarkts gemietet werden können, von Externen und die anderen 50 Prozent von Einheimischen bestückt. Nachdem ein Großteil der externen Anbieter aus unterschiedlichsten Gründen absagt, fragt Erhard Peters erneut seine 64 Mitglieder – ohne Erfolg. „Ich fühle mich von den Mitgliedern im Stich gelassen“, sagt er.

Anstatt zu einem halbherzigen Angebot einzuladen, habe man sich dann entschieden, den Weihnachtsmarkt komplett abzusagen: „Der Vorstand ist sich einig, dass ein Weihnachtsmarkt nur mit Glühwein, Bratwurst und Kaffee nicht unseren und den Ansprüchen unserer Besucher entspricht“, schreibt er an die EWG-Mitglieder.

Peters vermutet, finanzielle Gründe hinter der Absage beziehungsweise dem Desinteresse der Mitglieder: „Viel Geld ist da natürlich nicht zu verdienen“, betont er enttäuscht, hätte man doch in den Vorjahren auch der Gemeinschaft wegen den Weihnachtsmarkt auf die Beine gestellt. „In kleineren Orten ist das aber vielleicht noch einfacher. Da ist die Gemeinschaft einfach größer“, sagt Peters.

Kontakt zu den Nachbarn der Bevenser Werbegemeinschaft, die ebenfalls jährlich den Weihnachtsmarkt für ihre Kurstadt ausrichten, habe er hinsichtlich des Ebstorfer „Buden-Engpasses“ nicht aufgenommen. „Ich denke, dort funktioniert das, weil die Werbegemeinschaft Unterstützung von der Bad Bevensen Marketing GmbH (BBM) hat“, erklärt Peters und verweist darauf, dass Bad Bevensen mit Gerhard Kreutz zudem einen Veranstaltungsmanager habe, der Koordinierung und Organisation des Weihnachtsmarkts als Bindeglied zwischen den Akteuren übernehmen könne.

Gerhard Kreutz wiederum betont: „Die Werbegemeinschaft hat einen Arbeitskreis, der sich um den Weihnachtsmarkt kümmert.“ Zwar würde professionelle Hilfe der BBM teils in Anspruch genommen – allerdings gegen Bezahlung. Dass es nicht einfach ist, einem Markt ein unverwechselbares Image zu verpassen, das über Jahre hinweg Besucher anlockt, weiß auch Bevensens Veranstaltungsleiter: „Es ist grundsätzlich schwieriger geworden, externe Stände für Märkte zu bekommen und Leute aus der Region zu finden, die mitmachen.“

Von Wiebke Brütt

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