Konkurrenz für Klosterflecken Ebstorf: Auch Landkreis Harburg interessiert sich für Baumkronenweg

Wettkampf um Wipfelpfad

Spazieren in luftigen Höhen: Nicht nur in Ebstorf wird derzeit an dem Projekt Baumkronenpfad gefeilt – inzwischen beschäftigt sich auch der Landkreis Harburg mit einem Weg zwischen Baumkronen. Foto: dpa

Ebstorf. Der Klosterflecken Ebstorf hat beim Projekt Baumkronenpfad Konkurrenz bekommen. Der Landkreis Harburg hat ebenfalls Interesse an einem Weg in luftigen Höhen. Dort ist ein Wipfelpfad in der Nähe des Wildparks Lüneburger Heide in Nindorf im Gespräch.

Während dem Klosterflecken Ebstorf inzwischen durch eine Machbarkeitsstudie bereits bestätigt wurde, dass ein Baumkronenpfad an dem geplanten Standort – dem Arnsberg – möglich und auch wirtschaftlich ist (die AZ berichtete), steckt die Idee in Harburg noch in den Kinderschuhen. „Es gibt erste Ideen. Alle Politiker haben großes Interesse gezeigt“, bestätigt Georg Krümpelmann, Pressesprecher des Landkreises Harburg. Donnerstag wurde das Projekt erstmals in Harburgs Ausschuss für Kreisentwicklung und Wirtschaftsförderung vorgestellt, der Kreistag wird dann am 12. März entscheiden, ob eine Machbarkeitsstudie in Harburg in Auftrag gegeben wird.

Im Ebstorfer Rathaus ist man sich derweil der möglichen Konkurrenz aus dem Norden bewusst. „Das könnte jetzt zu einer Art Windhundrennen werden“, sagte Ebstorfs Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf gestern auf AZ-Nachfrage. Denn zwei Baumkronenpfade so dicht beieinander würden sicher nicht vom Land Niedersachsen und durch Töpfe der Europäischen Union gefördert werden. Die Ebstorfer werden ihr weiteres Vorgehen nun im nächsten Verwaltungsausschuss beraten. „Die Besonderheit unseres Pfades wäre die Nähe zum Ortskern und der Blick auf das Kloster und den vielfältigen Waldbestand“, betont Oelstorf. „Der Standort im Landkreis Harburg ist vergleichbar mit den bereits bestehenden Wegen.“ Das sehen die Mitarbeiter im Harburger Kreishaus natürlich anders: „Wir hätten einen sehr guten Standort in der Nähe der Abfahrt Garlstorf der A 7. Südlich würde er an den Wildpark Lüneburger Heide grenzen, nördlich an den Garlstorfer Wald“, erklärt Georg Krümpelmann. Infrastruktur, die in Ebstorf erst geschaffen werden müsste, wäre also dort zum Großteil bereits vorhanden. Durch den Wildpark ist die Region hinsichtlich Gastronomie bereits auf Besucher eingestellt und auch die Verkehrsanbindung ist günstig. Zudem kann der Mischwald-Standort des Landkreises Harburg mit einem Höhenunterschied von 140 Metern punkten. Krümpelmann: „Bei günstiger Witterung kann man dann bis nach Hamburg sehen.“

Inzwischen habe es Gespräche zwischen beiden Verwaltungen gegeben – von Konkurrenz möchte zumindest die Harburger Seite aber nicht sprechen: „Wir hatten natürlich schon von den Plänen der Ebstorfer gehört, dachten aber das Projekt sei dort ins Stocken geraten. Wie es scheint, nimmt es in Ebstorf jedoch auch konkrete Formen an“, erklärt Krümpelmann.

Sieben Wege in Baumkronen gibt es in Deutschland – wenn einer in Ebstorf oder eben bei Nindorf entstehen würde, wäre das der nördlichste. Die Verwaltung des Klosterfleckens prüft derzeit Fördermöglichkeiten für einen Baumkronenpfad am Ahrensberg. Die Gemeinde kann das Projekt aus Kostengründen selbst nicht umsetzen, deswegen wird ein privater Investor gesucht.

Von Wiebke Brütt

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