Marktbeschicker sollen Anzeigen schalten

Werbung statt Standgebühren: Ebstorfer Wirtschaftsausschuss will Wochenmarkt stärken

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Tristesse auf dem Ebstorfer Wochenmarkt: Damit es wieder mehr Kunden und Angebote auf dem Winkelplatz gibt, sollen den Marktbeschickern die Standgebühren erlassen werden, wenn sie das gesparte Geld im Gegenzug in Werbung investieren.

Ebstorf. Der Wochenmarkt in Ebstorf hat schon bessere Zeiten erlebt. Früher nicht nur freitags, sondern auch dienstags geöffnet, zog er viele Kunden zum Einkaufen auf den Winkelplatz an.

Um den Markt wieder zu stärken, beantragte die UWG, die Standgebühren für ein Jahr auszusetzen, um mehr Marktbeschicker in den Klosterflecken zu locken. Dieser Antrag fand jetzt zwar keine Mehrheit im Wirtschaftsausschuss des Klosterfleckens, aber dieser einigte sich auf einen Kompromiss: In einer Testphase von einem halben Jahr sollen die Standgebühren für die Marktbeschicker erlassen werden, wenn diese sich im Gegenzug bereit erklären, das eingesparte Geld in Werbung für den Wochenmarkt zu investieren. Das empfahl der Wirtschaftsausschuss einstimmig.

„Wir riskieren wenig und können viel dabei gewinnen“, ist Hans Peter Hauschild (SPD) überzeugt. Er hatte vorgeschlagen, dass die Marktbeschicker das erlassene Geld in Werbung investieren. Der Wochenmarkt gehöre fest zum Ort und es müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um ihn zu erhalten. „Ansonsten steht unser Zentrum irgendwann leer“, befürchtet Hauschild. Wenn sich die Marktbeschicker auf den Vorschlag einließen, könnten beide Seiten profitiren. Momentan sei die Werbung für den Markt eher verbesserungswürdig. Eine Broschüre der Beschicker mit Infos, wo sie sich und ihr Angebot präsentieren, könnte mehr Kunden auf den Markt locken, glaubt Hauschild.

Der Erlass der Marktgebühren sei auch eine Möglichkeit, neue Beschicker in den Ort zu locken, meint Jens Ziegeler (UWG). So könnte das Angebot verbreitert und verbessert werden, was wiederum neue Kunden anlocken würde. „Damit könnten wir den Markt wiederbeleben“, hofft er.

Ein Problem sprach Ellena Meyer (FBE) an. Die Öffnungszeiten des Marktes am Freitag von 7 bis 12 Uhr böten ihr und auch vielen anderen Berufstätigen nicht die Möglichkeit dort einzukaufen. Momentan sei das Angebot deshalb eher etwas für ältere Leute oder Hausfrauen. „Dann fahre ich halt zum Supermarkt“, erklärte Meyer.

Das Problem sei, dass die Marktbeschicker feste Touren von Wochenmarkt zu Wochenmarkt planten, gab Gemeindedirektor Wilhelm Oelstorf zu bedenken. Eine Änderung der Marktzeiten könnte daher dazu führen, dass einige Händler vielleicht auf einen Stand in Ebstorf verzichten würden. Ein Erlass der Marktgebühren sei aus Sicht der Verwaltung nur dann sinnvoll, wenn sich die Marktbeschicker im Gegenzug zu Werbung bereit erklärten.

Von Lars Lohmann

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