Bürgerinitiative formiert sachlichen Protest gegen geplante Anlagen in Wriedel/Schatensen

Mit Unterschriften gegen Hähnchenmast

Wriedel/Schatensen. Sachlich war der Ton am Donnerstag in Schatensen, als die Bürgerinitiative (BI) über die geplanten Hähnchmastanlagen am Rande ihres Ortes diskutierte. Und eines wurde klar: Die Initiatoren machen nicht gegen die Familie Elsner mobil, die die Anlagen bauen möchte, sondern gegen Massentierhaltung an sich.

Mahnwachen vor dem Anwesen des Wriedeler Landwirtes oder Drohungen sind daher kein Thema. „Das würde die Fronten nur verhärten und wäre daher kontraproduktiv“, sagte BI-Sprecher Guido Effner im voll besetzten Gastraum von Wischoffs Gasthof. Gespräche möchte die Bürgerinitiative führen – mit dem Landwirt, weiteren Bürgern der Gemeinde, anderen Bürgerinitiativen und Experten in Sachen Massentierhaltung. Denn trotz des sachlichen Protestes bleibt es das Ziel der BI, den Bau der beiden Hähnchenmastanlagen in Wriedel zu verhindern. „Wir müssen dem Bürgermeister, dem Samtgemeindebürgermeister und dem Kreis zeigen, in Wriedel kann man den Leuten nichts überstülpen. Wir müssen ein schweres Gewicht sein“, betonte Jorge Wittersheim von der BI. Die Familie Elsner plant am Rand von Schatensen, einem Ortsteil von Wriedel, zwei Hähnchenmastanlagen für insgesamt 84 000 Tiere zu bauen (die AZ berichtete). Nachdem die Gemeinde Wriedel bereits Stellung zu dem Antrag genommen hat – sie räumte Bedenken hinsichtlich der Logistik ein –, werden die Unterlagen nun von der oberen Genehmigungsbehörde, also dem Landkreis geprüft. „Derzeit werden noch fehlende Unterlagen vom Landkreis eingeholt“, berichtete Wriedels Bürgermeister Peter-Uwe Breyer vom aktuellen Stand des Verfahrens und betonte erneut, dass die Gemeinde Wriedel in der Angelegenheit neutral bleiben wird. „Wir sind weder für die eine, noch die andere Seite.“ Die Bürgerinitiative plant derweil ihr weiteres Vorgehen. Einsicht in den Bauantrag steht ganz oben auf der Aktions-Liste. Zusätzlich wollen die Mastgegner weiter über Hähnchenmast und ihre Folgen informieren – an Ständen in der Ortsmitte oder durch Stammtische. Auch eine Unterschriftensammlung ist geplant. Effner: „Wir werden auch von Tür zu Tür gehen und Unterschriften einwerben.“ Diese sollen zum einen gegenüber der Gemeinde das Anliegen der BI und deren Rückhalt in der Bevölkerung demonstrieren. Zudem könnten diese Interessenbekundungen als Grundlage für ein späteres Bürgerbegehren dienen.

Von Wiebke Brütt

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